Wasserkocher ohne Plastik Test

Wasserkocher ohne Plastik und Nickel sind immer die bessere Wahl, um gesundheitliche Schäden zu vermeiden. Kochendes Wasser sollte keinesfalls mit Plastik in Berührung kommen. Das Innere eines Wasserkochers darf nicht aus Plastik bestehen, und auch beim Ausgießen sollte es keinen Kontakt mit Plastik haben. Auf dem Markt befinden sich leider nur sehr wenige Wasserkocher, die diese Bedingungen erfüllen.

Warum Wasserkocher ohne Plastik?

Wasser löst gefährliche Giftstoffe aus dem Plastik. Dabei reicht Zimmertemperatur aus; das Wasser muss nicht kochen. Zu den gefährlichsten Stoffen zählt der Weichmacher Bisphenol A, auch bekannt unter der Kurzbezeichnung BPA. Dieser Weichmacher wird seit den 1960-er Jahren bei der Herstellung unterschiedlicher Plastikvarianten verwendet. BPA findet sich im Kunststoff Polycarbonat, der für die Produktion von Trinkflaschen, Mikrowellengeschirr, CD-Hüllen etc. genutzt wird.

Die schädlichen Auswirkung von BPA auf das menschliche Gehirn sind nachgewiesen. Auch erhöht es das Risiko, an Krebs zu erkranken, und es kann die Gesundheit der Kinder nachteilig beeinflussen. Weiterhin wurde beobachtet, dass es Zusammenhänge zwischen BPA und Unfruchtbarkeit bei Frauen bzw. reduzierter Spermienzahl bei Männern gibt.

Laboruntersuchungen haben gezeigt, dass Wasserkocher mit einer Innenwand aus Plastik winzige Teilchen ins Wasser abgeben. Diese Teilchen werden als Mikroplastik bezeichnet. Die gesundheitlichen Folgen sind langfristiger Natur. Mikroplastik im Bereich von einem Mikrometer oder darunter kann in organische Zellen eindringen und bei höherer Konzentration zu Entzündungen führen.

Warum Wasserkocher ohne Nickel

Rund 15 Prozent der deutschen Bevölkerung leidet an einer Nickelallergie. Zum Schutz betroffener Personen wurde für Trinkwasser ein Grenzwert von 20 Mikrogramm Nickel pro Liter festgelegt. Vor allem Wasserkocher mit offenem Heizelement geben zu viel Nickel ins Trinkwasser ab; die Grenzwerte werden zum Teil deutlich überschritten. Allergische Reaktionen treten nicht nur bei Hautkontakt mit nickelhaltigen Gegenständen auf. Nickel im Trinkwasser und in Nahrungsmitteln lassen ebenfalls Hautentzündungen entstehen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gibt an, dass bei einer täglichen Aufnahme von 500 Mikrogramm Nickel zu gesundheitlichen Schäden führt.

Wasserkocher Test Öko-Test

Öko-Test prüfte 15 Wasserkocher aus unterschiedlichen Materialien: Kunststoff, Glas und Edelstahl. Die Untersuchung beinhaltete drei Merkmale:

Praxistest

Die Wasserkocher wurden befüllt und eingeschaltet, um folgende Fragen beantworten zu können:

– Wie heiß ist das Gehäuse, wenn das Wasser kocht?
– Wie standsicher ist das Gerät bei einer Neigung von 15 Grad?
– Wann schalten sich die Geräte automatisch ab?

Als Maßgabe bei den Tests galt die Norm für elektrische Geräte im Hausgebrauch. Bei jedem Gerät wurden 750 Kochzyklen durchgeführt. Laborexperten prüften die Handhabung der Wasserkocher im täglichen Gebrauch.

Materialtest

Verwendet wurde übliches Leitungswasser, um das übliche Szenario im Haushalt nachzuvollziehen. Geprüft wurde, ob Schwermetalle aus dem Wasserkocher in das Wasser übergehen, ob sich bei den Wasserkochern aus Plastik Weichmacher im Material befindet und ob sich während des Gebrauchs Bisphenol A aus dem Kunststoff löst.

Test auf weitere Mängel

Das Material der Wasserkocher wurde auf Stoffe überprüft, die die Umwelt belasten. Dazu zählen PVC und PVDC sowie chlorierte Verbindungen im Material und Flammschutz-Mittel. Flammschutz-Mittel lassen sich schlecht abbauen, reichern sich in der Umwelt an und schließen damit den Einsatz des Umweltzeichens aus.

Alternativen

Es gibt auf dem Markt Alternativen zum Wasserkochern ohne Plastik. Beim verwendeten Material handelt es sich entweder um Glas oder um Edelstahl. Auch diese Wasserkocher weisen Vor- und Nachteile auf.

Wasserkocher aus Glas

Wasserkocher aus Glas sind frei von jeglichen Schadstoffen. Sie werden mit Wasser befüllt und auf dem Herd erhitzt. Die Handhabung ist damit umständlicher als mit einem Wasserkocher aus Kunststoff oder Edelstahl. Wasserkessel aus Glas sind für alle Herd-Arten und -Fabrikate geeignet und spülmaschinenfest. Das Glas ist hitzebeständig und relativ bruchsicher; der ebenfalls aus Glas bestehende Griff bleibt kühl.

Wasserkocher aus Edelstahl

Wasserkocher aus Edelstahl sind leicht zu reinigen und rostfrei. Allerdings sind die meisten Produkte nicht frei von Kunststoffen; sie weisen Innenleben Bestandteile aus Plastik auf.

Die wenigen Wasserkocher aus Edelstahl, die vollständig auf Plastik verzichten, sind teurer in der Anschaffung. Ein Kalksieb aus Edelstahl ist höherwertig als eines aus Kunststoff, was sich im Preis niederschlägt. Die teureren Modelle ohne jegliches Plastik sind immer die bessere Wahl.