Neue AKW oder dezentrale Stromversorgung? Nach wie vor ist offen, welchen Weg die Schweiz wählen wird. Dezentraler, in kleinen Kraftwerken und meist aus erneuerbaren Energien hergestellter Strom scheint erhebliche Vorteile zu haben - trotzdem bleibt er umstritten und wird noch nicht breit akzeptiert.
Heute stellte die Stiftung Praktischer Umweltschutz Schweiz Pusch an einer Tagung in Solothurn die Vor- und Nachteile der dezentralen Stromerzeugung zur Diskussion. Rund 100 Personen nahmen an der Veranstaltung teil - Vertreter der öffentlichen Hand sowie von der Energiewirtschaft. Es zeigte sich dabei, dass trotz Nachteilen die Stromversorgung aus dezentralen Quellen machbar und Erfolg versprechend ist.
Stromverteilung technisch machbar
Wie die zentrale Stromversorgung ist auch die dezentrale Stromversorgung auf ein funktionierendes Verteilnetz angewiesen, allerdings muss es teilweise anders ausgelegt werden. Technisch ist es heute bereits möglich, dezentral erzeugten Strom in grossem Umfang in die bestehenden Stromverteilungsnetze zu integrieren und die Verteilung bis zu den Kunden sicherzustellen. Die Entwicklung und der Einsatz neuer Technologien (Smart-Grid-Technologien) wird die Koordination von Produktion, Verteilung, Verbrauch und Speicherung von Strom in Zukunft weiter optimieren. Verwandte Themen| { Atomkraft bremst Erneuerbare, 26.08.10 } | | { Kernfusion ist ein Fass ohne Boden, 07.07.10 } | | { Am «Kern» vorbei diskutiert, 15.06.10 } | | { Schweizer hinken hinterher, 09.06.10 } | | { Atommüll XY ungelöst, 21.05.10 } | | { Atommüllproblem nicht gelöst, 06.05.10 } | | { Schweiz droht Abhängigkeit , 19.04.10 } | | { Das Kraftwerk in der Hosentasche, 15.03.10 } | | { Schweiz braucht Grosskraftwerke, 22.02.10 } | | { Die Schweiz strahlt, 13.01.10 } | | { Energie nur noch aus der Region, 03.12.09 } | | { Atomkraft hat keine Zukunft, 30.11.09 } | | { Die Schweiz tut sich schwer, 16.10.09 } | | { Der Traum vom Super-Stromnetz, 15.10.09 } |
Effizient und umweltfreundlich
Ökobilanzen zeigen, dass die nicht verbrauchte Energie respektive die Steigerung der Energieeffizienz die beste Umweltbilanz aufweist. Potenziale zur Effizienzsteigerung bestehen nicht nur beim Energieverbraucher (sparsame Geräte), sondern indem bestehende Quellen besser genutzt und Übertragungsverluste verringert werden. Bei der heutigen zentralen Stromversorgung wird oft nur ein Teil der Primärenergie in nutzbare Energie umgewandelt und Abwärme bleibt weitgehend ungenutzt. Technologien wie Wärmekraftkopplungsanlagen, die sowohl Wärme als auch Strom produzieren, weisen dagegen einen viel höheren Wirkungsgrad auf. Die mehrfache Nutzung einer Ressource verbessert die Umweltbilanz ebenfalls stark. Ein Beispiel dafür sind Kleinwasserkraftwerke, deren Wasser gleichzeitig der Trinkwasserversorgung dienen.
Wirtschaftlich attraktiv und schneller einsatzbereit
Eine kürzlich veröffentlichte Studie zeigt, dass Investitionen in Stromeffizienz und erneuerbare Energien gegenüber Investitionen in Grosskraftwerke energetisch, volkswirtschaftlich und ökologisch vorteilhaft sind. Hinzu kommt, dass mit Effizienzmassnahmen und erneuerbaren Energien die in Zukunft benötigten Strommengen schneller bereit gestellt werden können als mit dem Bau neuer Grosskraftwerke. Notwendig ist allerdings, die politischen und finanziellen Rahmenbedingungen so zu ändern, dass diese Investitionen tatsächlich getätigt werden.
Weitere Informationen:
Stiftung Praktischer Umweltschutz Schweiz Pusch Ion Karagounis, Geschäftsleiter Telefon: 044 267 44 71 E-Mali:
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Karin Schweiter, Projektleiterin Telefon: 044 267 44 73 E-Mail:
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Bild: Kernkrfatwerk Goesken (Alpiq).
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