Rumänien will an die Spitze

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Geschrieben von: Denis Grigorescu, Bukarest 11.08.10
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Rumänien wird in sieben Jahren den weltweit grössten Windpark zur Energieerzeugung haben. Schon in zwei Jahren soll es mit der Anlage in Dobrogea die Nummer eins in Sachen Windenergie in Europa werden.

Sein gewaltiges Windpotential wird Rumänien erlauben, in sieben Jahren zum Standort der größten Windkraftanlagen der Welt zu werden. Schon in zwei Jahren wird in Rumänien der grösste Windpark Europas fertig sein. Die Bauarbeiten an der Anlage bei Dobrogea werden Ende dieses Jahres fertig sein. Schon jetzt haben die ersten Windturbinen in Fantanele-Cogealac bei Dobrogea mit der Stromproduktion begonnen. Wenn die gesamte Anlage 2012 fertig gestellt ist, soll sie eine Leistung von 600 Megawatt (MW) erreichen.

600 MW aus Wind ab Ende 2012

Die Gesamtinvestitionen der tschechischen CEZ-Gruppe in den größten europäischen Windpark in der rumänischen Provinz Dobrogea werden 1,1 Milliarden Euro betragen. Das Projekt umfasst zwei Phasen bei den Orten Fantanele und Cogealac. In Fantanele sollen 139 Windräder mit einer Gesamtkapazität von 347,5 MW entstehen. Diese Projektphase soll noch in diesem Jahr fertig werden. Die zweite Phase nahe Cogealac mit einer Kapazität von 252,5 MW soll im nächsten Jahr folgen. Zusammen werden bei beiden Windkraftanlagen 240 Turbinen von je 2,5 MW Leistung haben. Mit 600 MW Gesamtleistung wird die der bisher größten europäischen Windanlage in Whitelee in Schottland mehr als verdoppelt. Der rumänische Wirtschaftsminister Adriean Videanu erklärte, der Regierung lägen Anträge verschiedener Firmen auf Erzeugung von zusammen 23.000 Megawatt Windstrom vor. Das übersteige aber die Aufnahmefähigkeit des rumänischen Elektrizitätsnetzes. Die Regierung in Bukarest werde „ohne Vorbedingungen alle nachhaltigen Projekte“ unterstützen, versicherte Videanu.

Iberdrola realisiert Mammut-Projekt

Iberdrola Renovables S.A., die Sektion für erneuerbare Energien des spanischen Energieriesen Iberdrola, wird in Südost-Rumänien bis 2017 eine Windkraftanlage zur Erzeugung von 1.500 Megawatt Strom errichten. Im April hatte Iberdrola den Zuschlag der rumänischen Regierung für das Projekt bekommen, das Investitionen von zwei Milliarden Euro vorsieht. Mit der abgasfreien Stromerzeugung dort werden nach Iberdrola-Angaben gegenüber herkömmlichen Kraftwerken 2,6 Millionen Tonnen an Kohlendioxid eingespart. Das Gesamtprojekt besteht aus 50 Windparks, die zusammen Strom für eine Million Haushalte liefern. Im vergangenen Jahr hatte Iberdrola in Rumänien 100 Millionen Euro investiert. Das rumänische Projekt nahe der Grenze zu Ungarn macht rund ein Drittel der langfristigen Iberdrola-Planungen in Südosteuropa aus. Iberdrola ist derzeit weltweit die Nummer eins bei der Nutzung der Windenergie.

Auch Italiener und Portugiesen investieren

Auch andere Unternehmen wie die rumänische Petrom (OMV) und die italienische Enel planen Windkraftanlagen in Rumänien. Petrom ist der größte Öl- und Gasproduzent in Südosteuropa. Das Unternehmen setzt zunehmend auf erneuerbare Energie, so hat es die Wind Power Park SRL mit seiner 45 MW-Anlage in der Region Dobrogea kürzlich gekauft.  Die italienische Enel hat ein 400 Millionen Euro großes Projekt für einen Windpark mit einer Kapazität von 272 MW etwa 30 Kilometer vom Schwarzen Meer entfernt begonnen. Ebenso Energias de Portugal (EDP), das rund 400 Millionen Euro ebenfalls in Windkraftanlagen unweit des Schwarzen Meeres investieren will.
Rumänien produziert derzeit gerade 14 Megawatt an Windenergie. Verschiedene Studien  gegen von einer potentiellen Kapazität von 14.000 Megawatt aus.
In der EU wird Strom aus wind bis 2020 etwa 17 Prozent des Verbrauchs ausmachen, womit 333 Millionen Kohlendioxid eingespart werden. Insgesamt sind im bereich von Windkraftanlagen derzeit in der EU 192.000 Menschen beschäftigt. Diese Zahl soll bis 2020 auf 446.000 anwachsen.


Bild: Windfarm South Stream in Rumänien, zVg.
 

 

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