Das Rohstofflager der Schweiz ist gross, insbesondere dann, wenn ein möglichst grosser Anteil des Materials aus Bauten und Gütern wieder verwertet werden kann. Die künftige Entwicklung der Abfallwirtschaft ist deshalb eng verknüpft mit der Produktentwicklung. Gelingt es, Produkte so zu gestalten, dass die Rohstoffe mit vertretbarem Aufwand durch Recycling zurückgewonnen werden können, wirkt sich dies ökologisch wie auch finanziell positiv aus.
Dennoch ist ein hundertprozentiges Recycling weder möglich noch sinnvoll. Denn auch Recycling führt zu Umweltbelastungen. Für jeden Stoff gibt es eine optimale Recyclingquote, die von Zeit zu Zeit evaluiert werden muss. Diese wird massgeblich beeinflusst durch die Zusammensetzung des Produktes und durch die aktuellen Produktions- und Recyclingtechnologien.
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Die Separatsammlung eignet sich primär für Stoffe, die sortenrein und in grossen Mengen anfallen und die sich bei praktisch gleich bleibenden Materialeigenschaften mehrmals im Kreislauf führen lassen. Für eine ganze Reihe knapp werdender Rohstoffe wie seltene Metalle oder Phosphor hingegen wird die Rückgewinnung aus den Verbrennungsrückständen künftig an Bedeutung gewinnen.
Heute zeigt die Stiftung Praktischer Umweltschutz Schweiz Pusch an einer Tagung in Zürich, welche Fragen in Zukunft die Abfallwirtschaft in der Schweiz prägen werden. Rund 180 Personen nehmen an der Veranstaltung teil – Vertreter von Städten, Gemeinden und Kantonen, von Entsorgungsbetrieben und des Handels sowie weitere Fachleute. Experten diskutieren aus unterschiedlichen Sichtweisen, wie sich die Separatsammlung in Zukunft verändern wird.
Für den Detailhandel und die Gemeinden steht der Komfort für die Bevölkerung im Vordergrund. Sie soll die Entsorgung von regelmässig anfallenden Wertstoffen wie Glas, Papier oder PET-Getränkeflaschen möglichst einfach und bequem direkt mit dem Einkauf kombinieren können. Beispiele dafür gibt es bereits: Der Handel stellt das Land für die Separatsammlung kostenlos zur Verfügung, die Gemeinde ist zuständig für den Bau, die Anschaffung und den Unterhalt der Container.
Mit verschiedenen Pilotprojekten wird zurzeit auch eine Ausweitung der Wertstoffsammlung auf Kunststoffe und Getränkekartons geprüft. Sinnvoll ist eine solche Ausweitung nur für Stoffe, für die ein gesicherter Absatzmarkt besteht, die einfach in bestehende Prozesse integrierbar und hygienisch unbedenklich sind. Zudem muss eine kostendeckende Finanzierung der Sammlung gewährleistet sein. Ein weiteres Potenzial für die Sammlung zusätzlicher Wertstoffe liegt bei der Industrie und dem Gewerbe, wo verschiedene Materialien, die rein und in Grossmengen anfallen, ins stoffliche Recycling statt in die Verbrennung gelenkt werden können.
Weitere Informationen:
Stiftung Praktischer Umweltschutz Schweiz Pusch Esther Delli Santi, Leiterin Kurse und Öffentlichkeitsarbeit Pusch Telefon: 044 267 44 16
Bild: (Verein PRS PET-Recycling Schweiz)
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