Wal-Betrug befürchtet

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Geschrieben von: Redaktion 18.06.10
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Zürich – Bei der kommenden Jahrestagung wird die Internationale Walfang Kommission (IWC) über das weitere Bestehen des internationalen Moratoriums über den kommerziellen Walfang diskutieren. Der WWF Schweiz warnt vor einer Lockerung des seit 25 Jahren geltenden Moratoriums, denn damit dürften künftig auch gefährdete Walarten legal abgeschlachtet werden.

Wie der WWF in einer Pressemitteilung berichtet, wird die IWC ab Montag in Agadir (Marokko) über ein Kompromiss-Paket diskutieren, das den jahrelangen Streit um den Walfang beenden soll. Danach solle der kommerzielle Walfang mit bestimmten Quoten wieder erlaubt werden, dafür würden im Gegenzug Walfangnationen wie Island und Norwegen unter internationale Kontrolle gestellt. Dasselbe gelte auch für Japan, das heute so genannten „wissenschaftlichen“ Walfang im grossen Stil betreibt, bei dem das Fleisch der Meeressäuger aber oft in Restaurants landet, schreibt WWF.

"Es ist für uns inakzeptabel, dass mit dem Seiwal und dem Finnwal zwei Arten zur Jagd freigegeben werden, die erheblich gefährdet sind", wird dazu Artenschutzexpertin Doris Calegari zitiert. Die Gefahr sei gross, dass bei der Konferenz die Walfang-Quoten nicht nach wissenschaftlichen Kriterien, sondern nach politischen Interessen vergeben werden. "Der Kompromiss-Vorschlag kann zwar möglicherweise den Streit unter den beteiligten Nationen lösen, aber für die Wale verschlechtert sich die Situation deutlich", sagt laut der WWF-Pressemitteilung Doris Calegari.

Denn falls der kommerzielle Walfang – so wie geplant – auch in der heutigen Schutzzone in der Antarktis erlaubt würde, wäre es für die Walpopulation verheerend. Dann würde der Druck auf die gefährdeten Meeressäuger nochmals erhöht, denn Wale leiden heute schon stark unter dem Klimawandel und der kommerziellen Fischerei. (eg)

 

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