Naturschutz und Erhaltung der Artenvielfalt ist Teil der Bekämpfung des Klimawandels. Darauf weist die Internationale Union für Naturschutz (IUCN) in ihrem Bericht „Conservation for a New Era” hin. Eines der Ergebnisses des Berichtes: Korallenriffe können bis in 30 Jahren kollabieren.
Naturschutz ist kein Luxus, sondern lebensnotwendig, betonte Sue Maika, Ko-Autorin des Berichts „Conservation for a New Era”. Die Internationale Union für Naturschutz (IUCN), unter anderem Herausgeberin der Roten Listen bedrohter Arten, hat den Bericht am Donnerstag in Genf veröffentlicht. Die IUCN ist weltweit die älteste Umweltorganisation mit mehr als 1000 Mitgliedern in 160 Länder von lokalen, regionalen oder nationalen Regierungen sowie von Nichtregierungsorganisationen. Reptilien und Amphibien gefährdetDer Bericht weist darauf hin, dass der Klimawandel in der Natur bereits evident ist. 1700 Arten ziehen pro Jahrzehnt durchschnittlich 6,1 Kilometer in Richtung den Nord- oder den Südpol. In der selben Zeitperiode wird es durchschnittlich 2,3 Tage früher Frühling. Und laut dem 2007 veröffentlichten Klima-Atlas über europäische Brutvögel ziehen auch diese Tiere künftig mehrere hundert Kilometer nordwärts. Vielen Kaltblütern wie Reptilien wird es in einer sich erwärmenden Welt schlecht gehen. Auch das Aussterben von Amphibien-Arten wurde mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht. William Jackson, stellvertretender IUCN-Direktor, warnte vor den Medien vor einem Kollaps von Korallenriffen bis in etwa 30 Jahren, von denen heute Millionen Menschen lebten. Die Artenvielfalt hat eine wichtige Rolle bei der Minderung des Klimawandels und bei Anpassungsmassnahmen an die Erderwärmung. Die Entscheidungsträger an der Uno-Klimakonferenz in Kopenhagen im kommenden Dezember sollten dies berücksichtigen, forderte Sue Mainka. Der Naturschutz sei der Teil der Lösung für den Klimawandel. Dem Bericht zufolge hat die Abholzung im vergangenen Jahrhundert bedeutend zur Erderwärmung beigetragen. Sie ist verantwortlich für 17 Prozent des weltweiten Treibhausgasausstosses, das ist mehr als der ganze Transportsektor. Mit Investitionen zur Aufforstung von den 800 Millionen Hektaren Wald, die zurzeit weltweit in einem schlechten Zustand sind, könnten bis 2030 rund 117 Millionen Tonnen Kohlendioxid absorbiert werden. Das entspreche eineinhalb Mal dem möglichen Potential, das in der gleichen Zeitperiode durch die Vermeidung weiterer Abholzungen erzielt werden könnte. Mit einer Aufforstung würden zudem lokale Ökosysteme wieder hergestellt, was auch eine bessere Regulierung des Wasserkreislaufs mit sich bringe. Die Autoren plädieren dafür, bei den Anpassungsmassnahmen an den Klimawandel die Natur einzubeziehen. Naturschutz trägt zur Sicherheit beiDer Bericht fordert weiter, künftig die Artenvielfalt und Ökosysteme in allen Sektoren zu berücksichtigen, sei es bei Landwirtschaft, Energie, Gesundheit, Bauwesen oder Sicherheit. Artenvielfalt sei für alle von Bedeutung, für Banker bis zu Armeegenerälen und stütze auch die Wirtschaft, schreiben die Autoren, die einen Einsatz des Privatsektors dafür begrüssen. Wie Ko-Autor Jeff Mc Neely erläuterte, ist der Naturschutz zunehmend auch Thema bei nationalen Sicherheitsfragen. Wenn etwa Wasser knapp werde, entstünden Konflikte, die jedoch verhindert werden könnten, wenn die Natur nachhaltig bewirtschaftet werde, sagte er. Bild: National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA)
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