Masdar zieht erste Studenten an

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Geschrieben von: Jonas Pepper, Dubai 16.09.09
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Masdar Institute, Foster and PartnersAbu Dhabi - Der erste Jahrgang des neuen Masdar Institute of Science and Technology hat sein Studium begonnen. Insgesamt 92 Studenten, darunter 28 Frauen, wurden aus 1200 Kandidaten ausgewählt. Sie studieren in Provisorien in Abu Dhabi. Die ersten Teile des Campus in der künftigen Ökostadt Masdar werden Ende des Jahres fertiggestellt.Sultan Al Jaber sieht Masdar auf dem richtigen Weg. Die Investitionen in die erneuerbaren Energien seien der einzige Sektor, der unbeschadet die weltweite Finanzkrise überlebt habe, sagt der Chef der Abu Dhabi Future Energy Company. Die Tochtergesellschaft des Staatsfonds Mubadala ist Bauherrin der Ökostadt Masdar bei Abu Dhabi. Die Regierung des Emirats will allein in das Masdar Institute of Science and Technology während der ersten fünf Jahre seines Betriebs geschätzte 4,4 Milliarden Dirham (800 Millionen Euro/1,3 Milliarden Franken) investieren.

Staat zahlt Studium

Die ersten 92 Studenten sind Mitte September in Abu Dhabi eingetroffen. Sie wurden aus 1200 Kandidaten ausgewählt. Damit ist die Auswahl noch strenger als diejenige am Massachusetts Institute of Technology, dem akademischen Partner des Masdar Instituts. Von den Studenten sind 28 Frauen und 12 Bürger der Emirate. Die Studenten müssen keine Studiengebühren zahlen und erhalten zusätzlich ein Stipendium der Lebenshaltungskosten. Einige der Studenten haben bereits während eines Jahres an Projekten des Instituts teilgenommen. Die Zahl der Studenten soll während der nächsten fünf Jahre auf 600 bis 1000 steigen. Gleichzeitig finanziert Abu Dhabi auch Doktorandenstudien von Emiratis im Ausland. Die künftigen Doktoren sollen anschliessend den Lehrkörper des Masdar Instituts verstärken.

In einem Jahr auf dem Campus

Noch haben die Studenten keinen Zugang zum künftigen Gebäude des Instituts auf dem Gelände der Ökostadt Masdar. Sie erhalten ihre Ausbildung zunächst in Abu Dhabi. Ein Teil der künftigen Gebäude des Instituts, steht bereits Ende des Jahres bereit. Doch der Campus insgesamt wird zum Beginn des nächsten akademischen Jahres bezugsbereit sein. Die Gebäude, durch Lord Norman Foster entworfen, stossen netto kein Kohlendioxid aus. Das wurde möglich, weil die Energie aus Sonnenkraft gewonnen wird.

CO2-Fussabdruck messen

Sultan Al Jaber erinnerte in seiner Ansprache zur Ankunft der Studenten daran, dass die Vereinigten Arabischen Emirate nun im Rampenlicht ständen. Die Wahl Masdars zum Sitz der neuen Internationalen Agentur für erneuerbare Energie (Irena) habe auf die Ökobilanz des Landes aufmerksam gemacht, immerhin einer der wichtigsten Ölproduzenten der Welt. Die Emirate haben pro Kopf den grössten Ausstoss von Kohlendioxid weltweit. Irena soll die Entwicklung der erneuerbaren Energien fördern, auch, um auf diese Weise den Klimawandel zu bekämpfen.

„Das Institut spielt dabei bereits eine Rolle, indem es detaillierte analytische Modelle entwickelt, um den Kohlendioxid-Fussabdruck zu messen, und indem es technische Hilfsmittel für internationale Organisationen bereitstellt“, sagte Al Jaber. Er fügte hinzu, dass Irena im nächsten September 20 Studenten an das Masdar Institut schicken wird.

Abschied vom Öl vorbereiten

Die Forschungsschwerpunkte des Instituts reichen von der Umwandlung von Sonnenstrahlen bis zur Entwicklung von Leichtbaulegierungen. Solarenergie soll künftig ebenso kostengünstig sein wie die Nutzung fossiler Energieträger. Damit soll das Institut zur Entwicklung eines neuen Industriesektors in Abu Dhabi beitragen, der die Wirtschaft des Emirats weniger abhängig macht von Öl und Gas und zur Entwicklung nachhaltiger Technologien beiträgt. Doch es geht nicht nur um neue Technologien. Das Institut soll dem Emirat auch helfen, sich aus der mentalen Bindung an das Ölzeitalter zu lösen. Das ist keine leichte Aufgabe. Immerhin haben erst Öl und Gas aus der armen Wüstengegend am Golf eines der reichsten Länder der Welt gemacht.

 

Bild: Eine Computersimulation des Campus des Masdar Institute von Foster and Partners.

 

 

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