Am 12. Januar 2010 beginnt in Basel die nächste Swissbau. Rund 1.300 Aussteller aus der Bau- und Immobilienwirtschaft präsentieren sich. Die Messe setzt mit drei Sonderschauen gezielt auf das Thema Nachhaltigkeit. Erleb-, fühl- und nachvollziehbar – das ist die Devise für die Swissbau-Sonderschauen.
Das nachhaltige Klimahaus Woodstock löst dies ein, indem es den derzeit anspruchsvollsten Energiestandard erfolgreich umsetzt; das Resultat ist an der Swissbau zu sehen. Die Sonderschau Global Building vermittelt anhand von sechs Themeninseln die zentralen Aspekte des nachhaltigen Bauens. Und die Sonderschau von EnergieSchweiz informiert über energieeffiziente Gebäudesanierungen und entsprechende Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Sonderschau Global Building – nachhaltig Bauen, leicht und transparentDie Sonderschau Global Building zeigt die wichtigsten Zusammenhänge im Bereich nachhaltig Bauen auf und fasst die Erkenntnisse zusammen. Sechs Themeninseln folgen dem Lebenszyklus eines Gebäudes. Sie beginnen bei Projektentwicklung und Planung, führen weiter über die Aspekte Gebäude als System, Betrieb und Unterhalt, und sie runden die Ausstellung mit den Themen Umbau und Sanierung sowie Rückbau, Recycling und Wiederverwertung ab. Future Forum Die Swissbau 2010 ist nicht nur ein Spiegel der aktuellen Bauszene Schweiz; sie ist vor allem ein Forum, das sich die Zukunft zum Thema macht. So beleuchtet das Swissbau Future Forum 2010 die Zukunft der Stadt – aus einer neuen Perspektive: Prof. Dr. Peter Sloterdijk, Philosoph, und Matthias Horx, Trendforscher, referieren und diskutieren unter der Leitung von Roger de Weck über den notwendigen Wandel unserer Städte, über Chancen, Gefahren und Visionen. Mittwoch, 13. Januar 2010, 9 bis 13 Uhr, Congress Center Basel Anmeldung Wer diesen Teil der Swissbau besucht, gewinnt Erkenntnisse rund um die umfassende nachhaltige Bauplanung. Zukunftsgerichtetes Bauen beginnt nicht erst bei der Wahl der Baumaterialien, sondern schon im vorgelagerten politischen Bereich (Stadtentwicklung, Ausscheiden von Bauzonen, Einbindung in den öffentlichen Verkehr). Wesentlich ist auch die Wahl des Standortes eines Gebäudes, bestimmt die Lage doch am Ende die Ökobilanz massgeblich mit. Um ein Bauobjekt nachhaltig zu planen und zu entwerfen, ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Architekten, Ingenieuren, Planern, Bauherren und Behörden unverzichtbar. Die Kenntnisse von Baumaterialien und Gebäudetechniksystemen bilden eine weitere Voraussetzung, denn ihr späterer Einfluss auf Miet-, Neben- und Unterhaltskosten ist erheblich. Doch wer nachhaltig baut, denkt noch weiter: Er bezieht bereits mögliche künftige Umbauten, Sanierungen und sogar den Abriss und das Wiederverwerten von Baumaterialien in seine Planung ein. Er sorgt beispielsweise dafür, dass Aluminium, Stahl und Glas zu einem grossen Anteil gut trennbar verbaut werden, damit sie dereinst ohne unnötigen Aufwand und Zusatzkosten rezykliert werden können. Bei diesen Werkstoffen sind Recyclingquoten von über 90% möglich. Auch die Gesundheit der Gebäudenutzer, die Verwendung lokal vorhandener, erneuerbarer Ressourcen (etwa Regenwasser) und die Integration des Baus in das Orts- oder Landschaftsbild sind Aspekte nachhaltigen Bauens. Ganz nach der Devise: Ein nachhaltiges Bauwerk steht mit seiner natürlichen Umgebung in jeder Hinsicht im Einklang. Sonderschau Woodstock – das nachhaltige KlimahausSowohl die technische als auch die gesetzliche Entwicklung beim Energiesparen gehen rasant voran. Die Firma artevetro architekten ag in Liestal und der Gestalter Ruedi Tobler aus Basel führen eindrücklich vor Augen, wie man den künftigen Anforderungen zuvorkommen kann: Sie entwickelten ein begehbares Modellhaus, das sogar die strengsten Vorgaben spielend leicht erfüllt. Daneben widerlegt das Haus auch das Vorurteil, energieeffiziente Häuser würden dafür hinsichtlich Design und Architektursprache ins Hintertreffen geraten. Woodstock, so der Name des dreigeschossigen Gebäudes, hat eine Struktur aus einheimischem Buchenholz, das dank hybrider Konzepte zu einem hervorragenden Baumaterial optimiert wurde. Hybrid meint hier die gezielte Kombination verschiedener Baumaterialien zu einem neuen effizienteren Ganzen. So ist zum Beispiel bei der einen Fassadenseite des Woodstock die Holzstruktur mit GFK-Elementen ergänzt, die mit Aerogelen gefüllt sind. Eine andere Fassade zeigt Metallbaulösungen mit Fotovoltaik-Isolierglas und dreifach verglasten, raumhohen Lamellenfenstern. Über all den Massnahmen steht immer das Leitprinzip: Wärmedämmung so optimal wie nur möglich. Ergänzend kommt eine klug konzipierte Bewirtschaftung zum Tragen, die erneuerbare Energieressourcen sowohl aktiv als auch passiv nutzt. Auch Fotovoltaik und Thermokollektoren generieren aktiv Energie. Gläser, transparente Wärmedämmung, Hochleistungsdämmstoffe sowie die Beschattungen mit gezielter Fassaden- und Dachbegrünung tragen auf passive Weise zur Wohnlichkeit und Behaglichkeit bei. Der Woodstock ist zudem als erstes Gebäude der Schweiz komplett mit LED-Beleuchtungssystemen ausgerüstet, was den Stromverbrauch und die Gebäudeüberhitzung vermindert. Insgesamt hält der Woodstock so nicht nur den Minergie-Standard ein, sondern erfüllt sogar die strengeren Minergie-P-Vorgaben (U<0,12 N/m2K).Nach der Swissbau wird das Klimahaus einer neuen Bestimmung zugeführt und je nach Nutzerbedürfnis bis auf sechs Geschosse erweitert. Sonderschau EnergieSchweizWer das Energiesparen und den Klimaschutz ernst nimmt, kommt am Thema Gebäude und Bau nicht vorbei. Nicht weniger als 40Prozent der CO2-Emissionen in der Schweiz stammen aus Gebäuden, verursacht durch den hohen Energieverbrauch beim Heizen, Kühlen und bei der Warmwasseraufbereitung. Durch energieeffiziente Gebäudesanierungen liesse sich dieser Verbrauch innerhalb von zwanzig Jahren halbieren – und die Emissionen entsprechend reduzieren. Genau hier setzt die Sonderschau EnergieSchweiz an: Zum einen verschafft sie Hauseigentümern, Baufachleuten, Handwerkern und Planern einen raschen und profunden Überblick rund um Gebäude und Energie. Weiter vermittelt sie Informationen zum national koordinierten Gebäudesanierungsprogramm, den Förderprogrammen der Kantone sowie zum neuen Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK). An der Sonderschau erhalten Hauseigentümer eine kostenlose und neutrale Beratung, sie können sich informieren, wie sie ihre Gebäudehülle optimal dämmen oder die alte Ölheizung durch zukunftsweisende Heizsysteme wie Wärmepumpen oder Holzpellets ersetzen. Baufachleute und Planer erfahren alles Wichtige über das Aus- und Weiterbildungsangebot im Energiebereich. Qualifizierte Fachleute im Baugewerbe, die sich bei energetischen Sanierungen und Neubauten auskennen, sind rar. Mit dem Programm energiewissen.ch hat EnergieSchweiz deshalb ein Mehrjahresprogramm der Aus- und Weiterbildungsaktivitäten für die Periode 2009 bis 2012 gestartet. Es bezweckt in erster Linie, das Know-how aufzubauen, um die heutigen Möglichkeiten zur Realisierung und zum Betrieb von energieeffizienten Anlagen und Gebäuden unter Einbezug von erneuerbaren Energien auszuschöpfen. Dies soll die Voraussetzungen für die Umsetzung der Aktionspläne zur Energieeffizienz und zu erneuerbaren Energien verbessern. Das Programm definiert Handlungsfelder für die Kernzielgruppen und zeigt Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Partnern, Kantonen, Verbänden, Schulen und privaten Organisationen. Schwerpunkte des Massnahmenplans bilden die Themen Energieeffizienz und erneuerbare Energien für Zielgruppen im Gebäudebereich. Vom Energie-Apéro bis zum mehrjährigen Masterlehrgang auf Hochschulstufe finden Berufsleute im Energiebereich laufend aktuelle Weiterbildungsangebote im Kalender. Auf der Website www.energiewissen.ch sind Themen, Ort und Zeitpunkt sowie Angaben zum Inhalt der Kursangebote ersichtlich. Weitere Informationen Sonderschau Global Building: Integrale Kommunikation für Energie und Umwelt (IEU) Hans Jörg Luchsinger Telefon: 0041 61 927 55 00 Internet: ww.globalbuilding.ch Weitere Informationen Sonderschau Woodstock: Tobler & Partner Ruedi Tobler Telefon: 0041 61 281 87 17 Internet: www.woodstock-basel.ch Weitere Informationen Sonderschau EnergieSchweiz: Programmleiter EnergieSchweiz Michael Kaufmann Telefon: 0041 31 322 56 02 (11) Internet: www.energie-schweiz.ch, www.energiewissen.ch, www.geak.ch Weitere Informationen Messe Swissbau: MCH Messe Schweiz (Basel) AG / Swissbau Muriel Lehmann Telefon 0041 58 206 22 57 Mail:
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Bild: So soll sich das Woodstock-Projekt auf dem Messeplatz präsentieren (MCH Messe Schweiz Basel AG)
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