Meeresschutz auf brasilianisch

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Geschrieben von: Heinzpeter Studer, Verein fair-fish 20.08.09
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Jahrelang hatten die Fischer von Prainha do Canto Verde im Nordosten Brasiliens dafür gestritten. Jetzt erklärt die Bundesregierung ihre Fischgründe endlich zum Schutzgebiet.

Das Dorf im Bundesstaat Ceara kämpfte gegen Immobilienspekulanten und für den Schutz ihrer Küste. Am Weltumwelttag vom 5. Juni 2009 unterzeichneten Staatspräsident da Silva und Umweltminister Minc ein Dekret, das 660 Hektar Land 29000 Hektar Meer zum Schutzgebiet erklärt und das ausschliesslich von der ansässigen Bevölkerung traditionnell bewirtschaftet werden darf. Das brasilianische Konzept für Schutzgebiete geht auf den 1988 ermordeten Umweltpionier Chico Mendes zurück. Schutzgebiete werden auf Antrag von indigenen Gemeinschaften eingerichtet. Brasilien hat sich international verpflichtet, bis 2102 zehn Prozent der Gewässer zu schützen; bisher ist aber noch nicht einmal ein halbes Prozent der Fläche unter Schutz gestellt.

Modell für die Welt

Anders als in Naturschutzpärken hat die lokale Bevölkerung das Recht, ihre traditionellen Lebensgrundlagen nachhaltig zu nutzen. Bisher gibt es in Brasilien 15 marine Schutzgebiete für traditionelle Fischer mit Booten ohne Motor. Die Fischer von Prainha do Canto Verde haben den Antrag auf ihr Schutzgebiet 2005 eingereicht, um das umstrittene Land und das davor liegende Meeresgebiet gegen Spekulanten und illegale Fischerei zu schützen. 2006 hatte die lokale Bevölkerung vor dem Bundesgericht die Anerkennung ihrer Landrechte gegen Immobilienspekulanten nach 25 Jahren endlich durchsetzen können.

Schützen beim Nutzen

Einst dachten Umweltorganisationen, aus einem Urwald seien zuerst dessen Bewohner zu vertreiben, bevor man ihn schützen könne. Ähnlich heute beim Schutz von Meeresgebieten, nach dem Motto: Wo niemand fischt, wachsen die Fische nach. Fischergemeinschaften wehren sich dagegen – mit Recht. Denn erstens würde ihnen niemand ein anderes Einkommen bieten. Und zweitens: Wer würde das Gebiet denn überwachen, wenn nicht die lokalen Fischer selbst? Schützen beim Nutzen: das gilt auch auf dem Meer.

Fischen, anbauen, Gäste aufnehmen

Die rund 1000 Einwohner/innen von Prainha do Canto Verde sind heute nicht mehr allein vom Fischfang abhängig. Nebst schonendem Tourismus machen sie erste Versuche mit Bio-Landwirtschaft, produzieren Kunsthandwerk für den fairen Handel, bauen Segel-Katamarane für die Fischerei und schreinern Möbel. Mit ihrem Community-Tourismus für Gäste aus Brasilien und dem Ausland regen sie viele weitere Dörfer in Brasilien und Lateinamerika zur Nachahmung an.
Mit zum Erfolg beigetragen haben der langjährige Einsatz des Schweizers Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt, Du musst JavaScript aktivieren, damit Du sie sehen kannst. vor Ort und die Unterstützung des Vereins Amigos de Prainha do Canto Verde in der Schweiz.

 

Weitere Informationen:

Verein fair-fish - aus Rücksicht auf Tier, Natur und Fischer/frauen
Heinzpeter Studer, Leiter der Fachstelle
Telefon: 0041 52 301 44 35

Email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt, Du musst JavaScript aktivieren, damit Du sie sehen kannst.



Bild: Mit den Jangadas fahren die Fischer aufs Meer (www.prainhadocantoverde.org)

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Rolf Wuestenhagen
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Rolf Wuestenhagen,
Lehrstuhl für Management Erneuerbarer Energien, Uni SG

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