Dossier: Auf dem Weg nach Kopenhagen
Ab dem 7. Dezember soll der Weltklimagipfel in Kopenhagen die Grundlinien der globalen Klimapolitik nach 2012 festlegen.

Das Kyoto-Protokoll läuft Ende 2012 aus. Der Weltklimagipfel vom 7. bis zum 18. Dezember 2009 in Kopenhagen soll deshalb die Grundlinien eines Folgeabkommens festlegen. Doch die Aussichten sind schlecht. Gestritten wird einerseits darüber, wie stark die Industrieländer ihren Kohlendioxidausstoss verringern müssen. Andererseits ist offen, wie stark die Industrieländer die Massnahmen der Entwicklungsländer zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel finanziell unterstützen werden.
Hintergrund
Andasol, Desertec, Sonnenkraft

Am Klimagipfel in Kopenhagen geht es nicht nur um das Klima. Es geht auch um einen riesigen Markt. Das Volumen des Kohlendioxidhandels, der Energieeffizienz und der erneuerbaren Energien geht schon heute in die hunderte Milliarden. Es werden noch viel mehr. 

von Steffen Klatt, St. Gallen, 08.12.2009
Lars Lökke Rasmussen, Weltklimagipfel

Der Erfolg des Klimagipfels hängt von den Ländern ab, die lange auf der Bremse gestanden haben: USA, China und Indien. Der Schlüssel liegt in der CO2-Reduktion. Dänemarks Ministerpräsident Rasmussen als Gastgeber will aus Rücksicht auf die USA auf ein Reduktionsziel bis 2020 verzichten. 

von Steffen Klatt, St. Gallen, 01.12.2009
Hongkong, Yoann Genier

Die Menschheit lebt über ihre Verhältnisse. Der ökologischer Fussabdruck wird immer grösser. Die Erde braucht derzeit 18 Monate, um die Naturressourcen zu regenerieren, die wir in einem Jahr verbrauchen, und um das Kohlendioxid zu absorbieren, das wir in 12 Monaten in die Atmosphäre ausstossen. 

von Annegret Mathari, Genf , 25.11.2009
Hu Jintao, Apec

Singapur - Die Staaten Asiens und des Pazifikraumes erwarten nicht mehr, dass am Weltklimagipfel im Dezember ein Klimaabkommen verabschiedet wird. Sie setzen auf ein zweistufiges Vorgehen: In Kopenhagen soll eine politische Einigung erzielt werden, die bis zum nächsten Gipfel in ein Abkommen umgewandelt würde. 

von Georg Ackermann, Singapur, 16.11.2009

Singapur - Die asiatischen und pazifischen Länder wollen gemeinsam gegen den Klimawandel vorgehen. Denn dieser wird gerade die Millionenmetropolen an Asiens Küsten heimsuchen. China als grösster Emittent von Treibhausgasen will sich erstmals verpflichten, seinen Kohlendioxidausstoss zu verringern. 

von Georg Ackermann, Singapur, 12.11.2009

London - Die Energieagentur der OECD hat in London eine umfangreiche Studie mit zwei Szenarien präsentiert: Die Folgen von Nichtstun und ein ehrgeiziges Projekt, das den Klimawandel aufhalten könnte. Als Vorbild für den Klimaschutz gilt ausgerechnet China.  

von Anna van Ommen, London, 11.11.2009

Auch die EU verliert die Hoffnung auf ein bindendes Klimaabkommen. Nach Besuchen in den USA und Indien hält der schwedische EU-Ratspräsident Reinfeldt ein Abkommen auf dem Klimagipfel im Dezember in Kopenhagen für unmöglich.  

von André Anwar, Stockholm, 10.11.2009
Apple, Klimaschutz

Washington - Die USA werden grün. Nur der mächtigste Wirtschaftsverband des Landes, die US-Handelskammer, merkt es nicht. Er macht Stimmung gegen eine wirksame Klimaschutzgesetzgebung. Immer mehr Unternehmen treten deshalb aus dem Verband aus, darunter Apple. 

von John Dyer, Boston, 29.10.2009
John Kerry

Washington - Die Hoffnung der Regierung Obama auf Zustimmung des US-Kongresses zur Klimaschutz-Gesetzgebung noch vor dem Klimagipfel in Kopenhagen haben sich zerschlagen. Der US-Kongress wird auf Druck der Kohlelobby nicht vor dem kommenden Jahr über den Emissionshandel entscheiden. 

von John Dyer, Boston , 28.10.2009

Kein Land stösst mehr Treibhausgase aus als China. Ohne das Reich der Mitte und andere Schwellenländer wie Indien gibt es keine Lösung des Klimaproblems. Doch weder China noch Indien wollen auf Wachstum verzichten. 

von Georg Ackermann, Singapur, 26.10.2009
Gordon Brown

London - Der britische Premier Brown warnt vor einer Klimakatastrophe. Die wichtigsten Mitglieder der G20 haben sich in London versammelt, um Bewegung in die festgefahrenen Klimaverhandlungen zu bringen. Doch die Aussichten sind schlecht.  

von Gabriel Rath, London, 18.10.2009

Die US-Handelskammer ist der mächtigste Wirtschaftsverband in den Vereinigten Staaten. Er war es jedenfalls bisher. Jetzt beginnen ihm Mitglieder wegzulaufen, weil die Kammer allzu energisch Opposition gegen die Umweltpolitik von Präsident Barack Obama betreibt. 

von John Dyer, Boston, 30.09.2009
Barack Obama, Uno, Klimagipfel

New York - Alle waren sie da, die grossen Nationen auf dem UN-Klimagipfel. Alle waren sich einig, dass die Zeit drängt, wenn der entscheidende Weltklimagipfel im Dezember ein Erfolg werden soll. Besonders Länder wie die Malediven drängen, die sich wie Kanarienvögel in der Kohlengrube fühlen. 

von Serge Kennerknecht, New York, 23.09.2009

Die Schweiz gehört bei den Klimaverhandlungen zu den aktivsten Industrieländern. Zusammen mit Mexiko,  Südkorea, Liechtenstein und Monaco will sie eine Brücke zwischen den Blöcken bilden. Ihr Vorschlag einer CO2-Abgabe hat dagegen nur wenig Chancen. 

von Steffen Klatt, St. Gallen, 08.09.2009

Genf - Zur Bekämpfung des Klimawandels brauche es bis zu 600 Milliarden Dollar jährlich, sagen UN-Experten. Die UNO fordert deshalb einen globalen New Deal gegen den Klimawandels und für das Wirtschaftswachstum.  

von Annegret Mathari, Genf, 02.09.2009
Klimawandel, Weltklimagipfel, Kopenhagen

In hundert Tagen beginnt der Weltklimagipfel. Wenn die Vorbereitungen so schleppend verlaufen wie bisher, dann wird es in Kopenhagen im Dezember kein globales Klimaabkommen geben. Das Misstrauen zwischen Industrie- und Entwicklungsländern blockiert die Verhandlungen. 

von Steffen Klatt, St. Gallen, 28.08.2009
Interviews
Annette Detken, KfW

Der CO2-Handel in Europa kommt laut Annette Detken allmählich in Schwung. Die weitere Entwicklung des Handels hängt aber vor allem von den Ergebnissen des Klimagipfels in Kopenhagen ab. 

von Ulrich Glauber, Frankfurt, 04.12.2009
Thomas Kolly, Bafu

Die Schweiz will am Klimagipfel eine echte politische Verpflichtung auf eine globale Klimapolitik erzielen, an der sich alle Länder beteiligen, sagt der Schweizer Chefunterhändler Thomas Kolly. In Kopenhagen müssten die Eckwerte eines künftigen Klimaabkommens festgelegt werden. 

von Steffen Klatt, St. Gallen, 01.12.2009
Christoph Sutter, South Pole Carbon

Viele Akteure im Klimamarkt sind auf Wartstellung, sagt Christoph Sutter. Ohne eine Einigung beim Weltklimagipfel in Kopenhagen könnte der Schwung verloren gehen, der in den vergangenen Jahren entstanden ist.  

von Steffen Klatt, St. Gallen, 11.11.2009

Der UN-Klimagipfel hat Bewegung in die festgefahrenen Klimaverhandlungen gebracht, sagt Bruno Oberle. Gerade die USA und China setzten sich anspruchsvolle Ziele. Bei der Höhe der nötigen Finanzierungsmittel bestehe ein besseres Verständnis.   

von Steffen Klatt, Bern, 01.10.2009
Patrick Hofstetter, WWF Schweiz, Klimaexperte

In Bonn werden ab heute die vorbereitenden Verhandlungen zum Weltklimagipfel fortgesetzt. Patrick Hofstetter geht davon aus, dass bis Ende des Jahres eine generelle Einigung auf eine Kyoto-Nachfolgeregelung möglich ist. 

von Steffen Klatt, St. Gallen, 10.08.2009
Kolumne
Nick Beglinger, FFGS, Swisscleantech

Die Schweiz braucht einen Wirtschaftsverband, der die Interessen nachhaltig orientierter Unternehmen in die Politik einbringt. Swisscleantech wird am 7. Dezember lanciert, an dem Tag, an dem der Weltklimagipfel beginnt. Cleantech soll zum Wohlstand der Schweiz beitragen. Die Politiker müssen die richtigen Rahmenbedingungen vorgeben, die Unternehmen ihre Kräfte bündeln. 

von Nick Beglinger, FFGS, 15.11.2009
Beiträge

ROBIN WOOD-AktivistInnen haben gestern beim Weltklimagipfel in Kopenhagen  demonstriert. Sie forderten, dass auch internationale Transportunternehmen Ausgleichszahlungen für die von ihnen verursachten Klimaschäden leisten müssen.  

von Daniel Häfner, ROBIN WOOD, 15.12.2009
 

Stimmen zu nachhaltigkeit.org

Christoph Darbellay
«Die Schweiz muss in zehn Jahren das Land der Nach­hal­tig­keit par excellence sein. Dazu braucht es jetzt eine um­fassende De­batte in Po­li­tik, Wirt­schaft und Ge­sell­schaft. Hier kann diese neue In­ter­net­seite einen wich­tigen Bei­trag leis­ten.»
Christoph Darbellay,
Präsident CVP Schweiz

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