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Brutvögel haben's schwer

Geschrieben von: Simon Birrer, Markus Jenny, Niklaus Zbinden, Vogelwarte Sempach 30.05.11
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Keine Erholung der Brutvogelbestände im Kulturland, die Situation ist nach wie vor kritisch ist: Das zeigt ein neu entwickelter Index, der die Bestandsentwicklung der in den Umweltzielen Landwirtschaft aufgeführten Brutvögel abzeichnet. Vogelwarte Sempach fordert weitere Massnahmen.

Vor rund drei Jahren haben das Bundesamt für Landwirtschaft BLW und das Bundesamt für Umwelt BAFU gemeinsam die Umweltziele Landwirtschaft (UZL) publiziert. Damit liegen erstmals verbindliche Zielwerte für die Artenvielfalt im Kulturland der Schweiz vor («Die Bestände der Zielarten werden erhalten und gefördert. Die Bestände der Leitarten werden gefördert …»). Wissenschaftler der Vogelwarte Sempach haben nun einen neu entwickelten Index präsentiert, der die Bestandsentwicklung der in den UZL aufgeführten Brutvögel und damit einen Teilbereich der UZL-Zielerreichung abbildet.

Gemäss diesem Index ist die Situation der Brutvogelbestände im Kulturland nach wie vor kritisch. Der Index für die UZL-Leitarten unter den Brutvögeln verläuft seit 1990 ohne langfristigen Trend; die Bestandsentwicklung der UZL-Zielarten zeigt sogar einen deutlichen Rückgang zwischen 1990 und 2009. Für den Zeitraum 1999 bis 2009 ist hingegen kein Trend ersichtlich.

Unter den Einzelarten mit Bestandszunahmen sind vor allem weit verbreitete und opportunistische Arten zu finden sowie solche, die vom Klima der letzten Jahrzehnte oder von Artenschutzmassnahmen profitieren. Wir folgern daraus, dass zum Erreichen der Umweltziele Landwirtschaft unter anderem Instrumente und Massnahmen im Rahmen der Weiterentwicklung der Direktzahlungen optimiert und ergänzt werden müssen.


Weiterführende Literatur:
Birrer S., Jenny M., Zbinden N. (2011): Bestandsentwicklung der einheimischen Brutvögel im Landwirtschaftsgebiet 1990–2009 . Agrarforschung Schweiz 2: 66–71.


Weitere Informationen:
Niklaus Zbinden
Schweizerische Vogelwarte
Seerose 1
CH-6204 Sempach
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt, Du musst JavaScript aktivieren, damit Du sie sehen kannst.
Tel: +41 41 462 97 25

 

Bild: Der Kiebitz ist vom Aussterben bedroht (© Burkhardt Marcel / Vogelwarte Sempach)

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