Die Organisationen wollen den Kanton Tessin gemäss der Medienmitteilung zudem mit dem Preis ermutigen, mit seiner ganzheitlichen Gewässerpolitik fortzufahren. Die Renaturierung der Ticino-Mündung, die im vergangenen Jahr abgeschlossen worden war, sei ein Quantensprung im Tessiner Gewässer- und Naturschutz. Die Flussmündung als das Herzgebiet der international, national und kantonal mehrfach geschützten Feuchtgebiete der Bolle di Magadino, könne sich wieder den Launen des Flusses gemäss entfalten, nachdem dort der Kiesabbau gestoppt worden sei.
Die Bolle di Magadino ist laut dieser Darstellung einer der bedeutendsten Rastplätze für Zugvögel auf der Nord-Süd-Achse. Bisher seien 171 Vogelarten auf der Durchreise in ihr Überwinterungs- respektive Brutgebiet festgestellt worden.
Das Projekt steht Pro Natura zufolge am Beginn einer Neuausrichtung der Gewässerpolitik des Kantons Tessin, die seit 2005 die Renaturierungen von Wasserläufen aktiv fördert und seit 2009 eine gesamtheitliche Gewässerpolitik anstrebt. Der Gewässerpreis, der im Zwei-Jahres-Turnus vergeben wird, wird zum sechsten Mal verliehen. Er ging zuvor an den Kanton Genf, die Stadt Zürich, den Kanton Graubünden und die Gemeinde Samedan, die Kantone Basel Stadt und Baselland sowie im Jahr 2009 an den Kanton Bern. (ug)