Bern - Der Wirtschaftsverband swisscleantech und andere Verfechter des Ausbaus Erneuerbarer Energien haben den Beschluss des Schweizer Bundesrates zum Ausstieg aus der Atomenergie begrüsst. "swisscelantech ist erfreut über den Entscheid des Bundesrates einen geordneten Ausstieg aus der Kernenergie einzuleiten", heisst es in einer swisscleantech-Medienmitteilung. Damit sei eine wichtige Rahmenbedingung für eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Schweizer Wirtschaft geschaffen worden.
Die Allianz "Nein zu neuen AKW" mahnte das Parlament, den Regierungsbeschluss an seiner ausserordentlichen Session vom 8. Juni zu bestätigen. Es gelte Nägel mit Köpfen zu machen, schreibt die Allianz ebenfalls in einer Medienmitteilung. Für die Umsetzung zentral seien zum einen die Einführung einer Lenkungsabgabe, die dem verschwenderischen Stromkonsum Einhalt gebiete, und zum anderen die Stärkung der kostendeckenden Einspeisevergütung, die den Ausbau der erneuerbaren Energien gezielt vorantreiben werde.
Die etablierten Wirtschaftsorganisationen der Schweiz kritisierten den Regierungsbeschluss vom Mittwoch dagegen. Als unseriös, widersprüchlich und unverantwortlich bezeichnete der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse den Entscheid in seiner Medienmitteilung. Die Versorgungssicherheit in der Schweiz werde gefährdet. Zudem würden höhere Preise die Bevölkerung und die Wirtschaft mit ihren Arbeitsplätzen massiv belasten.
Der Bundesrat habe grundlegende Weichen gestellt, ohne dass zum heutigen Zeitpunkt eine realistische und fundierte Gesamtenergiestrategie vorliege, wie die wegfallende Stromproduktion aus Kernkraft ökonomisch wie auch ökologisch sinnvoll ersetzt werden könnte, bedauerte die Branchenorganisation Swissmem. Damit seien Versorgungssicherheit, Autonomie und Wirtschaftlichkeit bei der Stromproduktion gefährdet, meint der Verband, in dem die Unternehmen der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie organisiert sind. (ug)