Berlin - Das deutsche Kartellamt plant angeblich deutlich verschärfte Regeln für die fünf grössten Mineralölkonzerne. Das berichtet das Boulevardblatt Bild-Zeitung. Demnach sollen die Marktführer Aral, Esso, Jet, Shell und Total künftig Tankstellen künftig nur noch ausnahmsweise aufkaufen dürfen. Das Massenblatt beruft sich dabei auf einen Untersuchungsbericht der Bonner Wettbewerbsbehörde zur Preisbildung an den rund 15.000 Tankstellen in Deutschland, der am Donnerstag vorgestellt werden soll. Die Bonner Kartellwächter wollen gemäss Bild-Zeitung zudem gegen die Abschottung der Kraftstoffmärkte durch Vertragsnetze und übermässig lange Vertragslaufzeiten vorgehen. Zudem soll ein Ölkonzern, dessen Name nicht genannt wird, laut diesen Informationen gezwungen werden, den Kauf von mehr als 15 Tankstellen rückgängig zu machen. Um deutlich niedrigere Preise durchzusetzen, ist aber der Gesetzgeber gefordert, so der Standpunkt des deutschen Kartellamtes gemäss Bild-Zeitung. Dieser könne die Verbraucher etwa dadurch schützen, dass Preiserhöhungen wie in Australien einen Tag vorher angekündigt werden müssten und für 24 Stunden gleich bleiben müssten. Das Bundeskartellamt hatte nach Angaben von "Bild" von 2007 bis 2010 die Preisbewegungen an jeweils 100 Tankstellen in vier deutschen Grossstädten (Hamburg, Köln, Leipzig, München) erfasst und ausgewertet. Als Fazit habe sich ergeben, dass die Preise an den Zapfsäulen regelmässig höher waren "als es nötig wäre", zitiert das Boulevardblatt aus dem Bericht der deutschen Wettbewerbshüter. (ug)
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