Berlin - Die Parteien der deutschen Regierungskoalition wollen härter gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution vorgehen. Fachleute von Union und FDP haben laut einem Bericht der Tageszeitung „Die Welt“ einen Antrag ausgearbeitet, der erstmals eine Erlaubnispflicht für Bordelle vorsieht. Bisher können sie, anders als beispielsweise Gaststätten, ohne Genehmigung betrieben werden. Flatrate-Bordelle, sexuelle SDienstelistungebn gegen eine einmalige Pauschale zu haben sind, sollen laut „Welt“ möglichst ganz verboten werden. Die Fachpolitiker der FDP wollen darüber hinaus die Regelungen von Opferschutz und Bleiberecht verbessern, berichtet die Zeitung unter Berufung auf ein Eckpunktepapier, das der Redaktion vorliege. So sollen Opfer von Menschenhändlern, die sich bereiterklären, bei der Polizei auszusagen, eine Arbeitserlaubnis bekommen - unter Umständen auch ein unbefristetes Aufenthaltsrecht. Ein „befristeter Aufenthaltstitel“ würde wichtige Opferzeuginnen stabilisieren und helfen, erhebliche Straftaten besser aufzuklären, sagte der FDP-Innenpolitiker Hartfrid Wolff. Ausserdem wollen die Koalitionsfraktionen gemäss „Welt“ prüfen lassen, ob die bisherigen Strafrechtsvorschriften ausreichen und ob eigene Regelungen nötig sind, um Jugendliche und Heranwachsende besonders zu schützen. Der Menschenhandel ist nach Experteneinschätzung nach dem Drogengeschäft die wichtigste Einnahmequelle der Organisierten Kriminalität. (ug)
|