Berlin/München - Beim Umweltschutz bleibt der FC Bayern München nach Ansicht der Deutschen Umwelthilfe (DUH) nicht nur seit Jahren ohne Titel, er spielt in der zweiten Liga. In der Münchner Allianz-Arena werden laut einer DUH-Medienmitteilung für den Getränkeausschank nicht wie bei vielen anderen Bundesligastadien umweltfreundliche Mehrwegbecher eingesetzt, sondern Wegwerfbecher aus so genanntem Belland-Material.
Als angeblicher Umweltvorteil des Münchner Einweg-Systems werde immer wieder die hundertprozentige Recyclingfähigkeit des Kunststoffes der BellandTechnology GmbH hervorgehoben. „Die Einwegbecher verursachen – selbst wenn sie zu neuen Bechern recycelt würden – nach einer Ökobilanzstudie des Darmstädter Öko-Institutes, des Österreichischen Ökologie-Institutes und der Carbotech AG jedoch deutlich höhere Umweltbelastungen als Mehrwegbecher“, heisst es dagegen in der Medienmitteilung.
Die DUH bezweifelt zudem, ob die Belland-Becher, aus denen die Fussballfans in der Allianz-Arena seit fünf Jahren ihren Durst löschen, zu neuen Bechern recycelt werden. Sowohl die Belland-Technology GmbH als auch das Stadionmanagement der Allianz-Arena verweigern gemäss diesen Angaben gegenüber der DUH den entsprechenden Nachweis, dass durch Recycling aus alten Belland-Bechern neue werden.
Verwunderlich ist das nach Recherchen der DUH nicht. Es existiere gar keine Anlage, in der Belland-Becher im industriellen Massstab recycelt werden können. Dies entspreche den Erkenntnissen einer Ökobilanzstudie, in der die Autoren – unter anderem des Öko-Instituts – schon 2008 feststellten, dass ein funktionierendes Kreislaufsystem von Belland-Material in der Praxis niemals realisiert worden sei. (ug)