Berlin – Mehrere Organisationen haben eine schnellstmögliche Umsetzung der geplanten Hygiene-Plakette für Restaurants gefordert. Anlass ist die Sondersitzung der Verbraucherschutzministerkonferenz (VSMK), auf der über die "Restaurant-Ampel" abgestimmt werden soll. Das berichtet der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in einer Pressemitteilung. Geplant sei eine Skala mit fliessenden Farbumschwüngen von grün über gelb bis rot. Ab kommendem Jahr solle diese an der Eingangstür anzeigen, wie es um die Sauberkeit eines Betriebes steht. Nach Auffassung des vzbv sollten Aushänge an den Eingangstüren erklären, worauf die Bewertung basiert und wie die "Restaurant-Ampel" zu lesen sei. Ergänzend sei eine breit angelegte Aufklärungskampagne erforderlich, um die Bekanntheit des Systems zu erhöhen. "Das ist ein ganz wichtiger Schritt hin zu einer neuen Informationskultur. Der nächste ist eine umfassende verbraucherfreundliche Novelle des Verbraucherinformationsgesetzes", wird Vorstand Gerd Billen zitiert. Grundlage der Bewertung sei ein Punktesystem. Je mehr Punkte ein Betrieb erhält, desto häufiger und gravierender waren die Verstösse, heisst es. Zunächst solle es die Plakette nur in der Gastronomie geben, später auch in Metzgereien, Bäckereien und im Lebensmitteleinzelhandel. Mit einem Hygieneproblem habe auch Dänemark gekämpft und habe vor zehn Jahren den Hygiene-Smiley eingeführt, um die Transparenz für Verbraucher zu erhöhen. Auch die Verbraucherorganisation foodwatch hat die Verbraucherminister von Bund und Ländern zu einer Entscheidung für das Smiley-System oder die Hygiene-Ampel aufgefordert. "Es ist Zeit, endlich die Verbraucher vor den Schmuddelbetrieben zu schützen statt wie bisher die Schmuddelbetriebe vor den Verbrauchern“, wird der stellvertretende foodwatch-Geschäftsführer Matthias Wolfschmidt zitiert. Transparenz über die Kontrollergebnisse könne alternativ neben Smiley auch mit einer "Hygiene-Ampel" geschaffen werden. Bei den amtlichen Lebensmittelkontrollen wird laut foodwatch Jahr für Jahr nahezu jeder vierte kontrollierte Betrieb beanstandet. Welche Betriebe in welcher Form gegen das Lebensmittelrecht verstossen haben, erfahren die Verbraucher jedoch nicht, heisst es. Das sei auch ein Wettbewerbsnachteil für die grosse Mehrheit der Betriebe, die sich an alle Hygiene-Vorgaben halte. Bei einer repräsentativen Umfrage des Instituts TNS Emnid im Auftrag von foodwatch hätten sich im vergangenen Jahr 93 Prozent der Bundesbürger für die Einführung des dänischen Smiley-Systems in Deutschland ausgesprochen. (eg)
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