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Geschrieben von: Redaktion 17.05.11
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Herzogenaurach – Der Sportartikel-Hersteller Puma hat sich weltweit als erstes Grossunternehmen getraut, die Schäden an Natur und Umwelt für sein Wirtschaften zu bewerten. Der Konzern beziffert die weltweite Umweltbelastung durch Treibhausgas und den Verbrauch von Wasser. Wie die Zeitung Financial Times Deutschland (FTD) schreibt, werden für 2010 die Schäden durch Pumas Wirtschaften für die Umwelt auf 94,4 Millionen Euro beziffert.

Dies soll ein erster Schritt sein zu einer umfassenden ökologischen Gewinn- und Verlustrechnung, schreibt FTD. Berücksichtigt würden alle Produktionsschritte von der Verarbeitung der Rohstoffe bis zum Verkauf der einzelnen Artikel. Beleuchtet werde die gesamte Zulieferkette in vier Stufen. Dazu gehörten die Baumwollfelder, Textilfärberei und Schneiderei sowie die Schuhherstellung.

Die Öko-Rechnung solle vor allem Transparenz schaffen, sagte laut FTD Unternehmenschef Jochen Zeitz. Ausserdem helfe sie, Ansätze für ein nachhaltiges Geschäftsmodell zu entwickeln. Der Konzern aus dem fränkischen Herzogenaurach habe die Rechnung zusammen mit den Beratungsfirmen PriceWaterhouseCoopers und Trucost aufgestellt.

Bei der ökologischen Gewinn- und Verlustrechnung hat Puma für den Wasserverbrauch einen Wert von im Schnitt 0,81 Euro je Kubikmeter zugrunde gelegt, berichtet die Frankfurter Rundschau (FR). Als Rechengrösse seien keine Marktwerte, sondern modizfizierte Grössen genommen worden, die dem wahren Preis von Wasser nahe kommen sollen. In wasserarmen Gebieten betrage er zum Beispiel über zehn Euro je Liter und sei in China achtmal höher als in Vietnam. Bei der Berechnung der Kohlendioxid-Schäden liege ein Rechenwert von 66 Euro je Tonne zugrunde. Er solle die Schäden widerspiegeln, die in einem bestimmten Jahr durch das Treibhausgas entstehen. Der Rechnungspreis liegt höher als die Kosten für eine Reduzierung der Emissionen und dreifach über den marktüblichen Ausgleichszahlungen für Schadstoffemissionen, heisst es in der FR.

Puma hofft offenbar, durch eine transparente Offenlegung der Umweltbelastung sein Image zu verbessern, meint FTD. Ausser den Franken habe bisher nur der US-Chemiekonzern Dow Chemical offiziell konkrete Schritte zur Vorlage einer monetären Umwelt-Gewinn- und Verlustrechnung binnen fünf Jahren angekündigt. Die Unternehmen müssten dabei mit Annahmen kalkulieren, mit denen sie die Kosten der sonst kostenlosen Natureffekte bewerteten.

Firmen wie Daimler, Siemens oder Coca-Cola seien an der Puma-Umweltbilanzierung stark interessiert, sagte Zeitz laut FTD. Einige Unternehmen fürchteten jedoch aus Imagegründen die Veröffentlichung eines Umwelt-Schadenwertes. (eg)


 

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