Berlin - Heizgutachten sind eines der effizientesten Klimaschutzinstrumente, die es in Deutschland gibt. Das geht aus einer aktuellen Evaluation des unabhängigen Instituts für Ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) hervor, schreibt das Portal Sonnenseite. Jedes Heizgutachten stosse – hochgerechnet auf 20 Jahre – eine Vermeidung von 51,6 Tonnen CO2 an. Zudem sei es ein Konjunkturpaket für Handwerk und Industrie. Dort sorge jedes Gutachten für zusätzlichen Umsatz von rund 28.000 Euro und 0,35 Personenjahre Beschäftigung. 40.000 Mieter und Eigentümer hätten in den vergangenen zwei Jahren ein Heizgutachten bestellt. Durch die anschliessenden Sanierungen hätten insgesamt 1,12 Milliarden Euro zusätzlicher Umsatz für Handwerk und Industrie erzielt sowie rund zwei Millionen Tonnen CO2-Emissionen vermieden werden können. Das entspricht etwa den jährlichen Emissionen einer Stadt wie Münster, schreibt Sonnenseite. Heizgutachten hätten – gemessen am Verhältnis der eingesetzten Gelder und erzielten Effekte – eine in Deutschland beispiellose Wirkung. Bei Fördermitteln in Höhe von 3,377 Millionen Euro, die das Bundesumweltministerium im Rahmen der Klimaschutzinitiative bereit gestellt habe, hätten die Impulskosten pro vermiedene Tonne CO2 1,65 Euro betragen. Bei einer geförderten Vor-Ort-Energieberatung beliefen sich die Kosten pro eingesparte Tonne CO2 auf 4,70 Euro. An der Leipziger Energiebörse EEX sei die Tonne CO2 im April 2011 mit rund 16 Euro gehandelt worden. Ausserdem löse ein Heizgutachten mit jedem geförderten Euro zusätzlich ein Investitionsvolumen von 333 Euro im Handwerk aus und schaffe beziehungsweise sichere Beschäftigung für einen Arbeitstag. Mit diesen Impulsen für Klimaschutz und Gebäudesanierung seien Heizgutachten ein wichtiger Baustein für das Gelingen der Energiewende. Mit vergleichsweise geringem finanziellem Aufwand sorgten sie in privaten Haushalten für mehr Energieeffizienz. (eg)
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