Zürich - Ein Computermodell, das künftige Folgen menschlicher Entscheidungen auf Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft aufzeigt: Diesen Menschheitstraum wollen Wissenschaftler der ETH Zürich mit hunderten weiteren Forschern aus ganz Europa nun verwirklichen. Das Pilotprojekt FuturICT wurde laut einem Bericht des Internetportals UmweltDialog.de diese Woche in Budapest offiziell gestartet. "Wir übertragen in gewisser Weise das Prinzip der Wettervorhersage auf gesellschaftliche Vorgänge. Längst wird überall simuliert – von der Autobranche bis zur Medikamentenentwicklung. Das könnte der vom FuturICT entwickelte Living Earth Simulator bald auch für Politik und Wirtschaft möglich machen", erklärt der Züricher Komplexitätsforscher Dirk Helbing, der das Projekt wissenschaftlich leitet, im Interview mit UmweltDialog.de. Durch den Simulator könnten nicht nur Vorwarnzeichen von Umwelt-, Gesellschafts- und Finanzkrisen früher identifiziert werden, sondern auch mögliche Gegenmassnahmen und ihre Nebenwirkungen vorab getestet werden. Der Bedarf für eine Plattform, mit der man alles analysieren kann, sei dringender denn je zuvor – sind doch die Folgewirkungen des menschlichen Verhaltens ständig komplexer. "Unsere zunehmende globale Vernetzung erzeugt immer neue Abhängigkeiten. Diese verursachen Rückkoppelungs- und Dominoeffekte, die kaum mehr überschaubar sind und unsere Intuition überfordern. Wo wir nicht ausreichend auf Erfahrung bauen können, brauchen wir neue Ansätze, um unser globales technisch-sozio-ökonomisches System und seine Entwicklung besser zu begreifen", wird Helbing von UmweltDialog.de zitiert. (ug)
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