St. Gallen - Jedes Jahr werden über zehn Millionen Kilogramm ausländisches Schweinefleisch und –Produkte in die Schweiz importiert. Die schweizerische Nutztierschutz-Organisation KAGfreiland hat in einem deutschen Beispielbetrieb einen Film gedreht. Das berichtet das Portal Naturschutz.ch. Die Bilder aus dem deutschen, zertifizierten Schweinemast-Betrieb seien schockierend. "Muttersauen sind einzeln in enge Metallkäfige eingesperrt, in denen sie sich kaum bewegen können. Die Ferkel werden ohne Betäubung kastriert und der Schwanz wird abgeschnitten", wird dazu die KAGfreiland-Zoologin Milena Burri zitiert. Eine solche Tierhaltung wäre in der Schweiz ein Fall für den Staatsanwalt. KAGfreiland habe die Schweizer Grossverteiler, Gastromärkte und Fleischverarbeiter, die mit ausländischem Schweinefleisch handeln, zweimal auf diese in der Schweiz verbotene Tierhaltung hingewiesen. Aber es sei nichts geschehen. KAGfreiland kritisiere scharf Migros, Coop und Spar. Denn mit diesen Produkten aus ausländischem, insbesondere aus deutschem Schweinefleisch, missachteten sie ihre eigenen Firmengrundsätze zum Tierschutz. Beispielsweise Coop verspricht, dass alle tierischen Produkte aus dem Ausland den Schweizer Tierschutzstandard einhalten, schreibt Naturschutz. Migros behaupte, dass sie stets in Respekt zum Tier handele. Und Spar schreibt, dass er keine Produkte führt, die aus Tierschutzgründen bedenklich sind, berichtet Naturschutz. Auch Bell und Micarna verstiessen gegen ihr Leitbild. KAGfreiland habe daher die Kampagne "Stopp Import-Schweinerei!" lanciert und fordere, dass beim Import von ausländischem Schweinefleisch und von Produkten der Schweizer Tierschutzstandard eingehalten werde. (eg)
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