Bayreuth – Forscher des Fraunhofer Instituts haben ein Zukunftsprojekt der Übertraqgungs- und Speichertechnik gestartet. Denn bereits in einigen Jahrzehnten könnte ein Teil der in Europa benötigten elektrischen Energie aus Nordafrika stammen. Wie der Informationsdienst Wissenschaft (idw) schreibt, arbeiten Fraunhofer-Forscher in dem Projekt "Supergrid" an Komponenten und Systemen, um elektrische Energie zuverlässig erzeugen, speichern und verteilen zu können. Grosse solarthermische Anlagen in Afrika, Offshore-Windparks in der Nordsee, Photovoltaik-Kraftwerke im Süden und die vielen dezentralen Anlagen in Mitteleuropa sollen künftig einen grossen Teil unseres Stroms liefern, heisst es. Fraunhofer-Forscher arbeiten nach idw-Angaben daran, dass man den Strom ohne Verluste über tausende Kilometer transportieren, die stark fluktuierende Energie effektiv speichern oder den Strom in unsere Netze einspeisen kann. Darum gehe es bei dem jetzt gestarteten Zukunftsprojekt "Supergrid". "Der geplante, rasche Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung erfordert nicht nur einen Umbau der Stromnetze, sondern auch die energiewirtschaftlich optimierte Integration von erneuerbarer Energie, Speichertechnologien und Stromnachfrage. Hierfür sind noch grundlegende technologische Innovationen erforderlich. Unser Ziel ist es, Schlüsseltechnologien an der Schnittstelle zwischen Erzeugung und Einspeisung ins Netz zu entwickeln und in einem ganzheitlichen systemtheoretischen Ansatz zu optimieren", wird Dr. Werner Platzer vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg zitiert, der das Projekt Supergrid koordiniert. In dem Projekt arbeiteten Forscher der Fraunhofer-Institute für Solare Energiesysteme ISE, für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB, für Werkstoffmechanik IWM, für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB. Ein Schwerpunkt sei die Entwicklung von Komponenten und Systemen für neuartige Mittelspannungs- und Hochspannungs-Gleichstromnetze, über die Strom aus Sonne und Wind verlustarm über grosse Entfernungen transportiert werden solle. Bislang sei die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung als Punkt zu Punkt Verbindung ausgeführt. Mit Hilfe von erdverlegten Gleichstromnetzen, sollen die verteilten Energieerzeuger – etwa verschiedene Windkraftlagen und Solaranlagen – über weite Distanzen ohne Verluste gekoppelt werden. Dazu brauche man neue regelungstechnische Verfahren und Systemkomponenten, die in dem Übermogen-Projekt "Supergrid" von Fraunhofer-Forschern entwickelt werden. Ein wichtiger Baustein für die künftige Stromversorgung sind solarthermische Kraftwerke, die in Südeuropa und Nordafrika gebaut werden, wie zum Beispiel in dem Vorhaben Desertec, schreibt idw. Hierbei werde Sonnenenergie in nutzbare Wärme umgewandelt. Diese werde dann zur Stromerzeugung genutzt werden. Der grosse Vorteil sei, dass sich die erzeugte Wärme etwa in Öl, Dampf oder Flüssigsalz speicherten. So könnten die Kraftwerke rund um die Uhr Strom liefern. Fraunhofer-Forscher wollen laut idw besonders kostengünstige und effiziente Hochtemperatur-Speicher entwickeln. Ein Ziel sei es, die Kosten für die Wärmespeicherung langfristig um mehr als die Hälfte zu senken. Mit Salzmischungen (Nitrate, Nitrite u.ä.) lasse sich Wärme besonders effizient speichern. Der Nachteil sei allerdings, dass sie äusserst korrosiv seien. Deswegen arbeiteten die Forscher an Werkstoffen, die Salzschmelzen auch bei hohen Temperaturen langfristig standhalten. (eg)
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