Altdorf - Die Alpeninitiative wendet sich vor der Abstimmung über die Führung des Lastwagenverkehrs in Uri am kommenden Sonntag verstärkt gegen den Bau einer zweiten Röhre am Gotthard-Tunnel. Nur die konsequente Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene könne die Anwohner vor mehr Lastwagen bewahren. In einer Mitteilung wendet sich die Alpeninitiative auch an die Bündner Regierung. Sie habe in ihrer Antwort auf einen Fraktionsauftrag der FDP bezüglich Sanierung des Gotthard-Strassentunnels geschrieben, sie unterstütze die Forderung der Kantone Uri und Tessin nach dem Bau einer zweiten Röhre. Der Bundesrat hatte im Dezember 2010 vorgeschlagen, während der Sanierung des bestehenden Tunnels nicht eine 2. Röhre zu erstellen, sondern einen Auto- und einen Lastwagenverlad am Gotthard einzurichten. Dazu schreibt die Bündner Regierung: Falls der Bundesrat entscheide, keine 2. Röhre zu bauen, fordere Graubünden vor allem eine Kontingentierung der Lastwagenfahrten auf der San Bernardino-Route. Diese Forderung unterstützt die Alpen-Initiative gemäss ihrer Mitteilung. Ebenso habe sie Verständnis für die Sorge der Bündner, dass mehr Lastwagen die San Bernardino-Route wählen könnten. Doch eine zweite Röhre am Gotthard zur Überbrückung der Sanierungszeit ist aus Sicht der Alpeninitiative die falsche Lösung. Eine zweite Röhre werde der EU lediglich signalisieren, dass die Schweiz von der Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene abrückt. Deshalb sei es auch im Interesse des Kantons Graubünden, wenn die Schweiz konsequent auf die Verlagerung setzt und keine zweite Röhre am Gotthard baut. Zuvor hatte die Alpen-Initiative in einer anderen Medienmitteilung kritisiert, dass sich die politischen Kräfte der Schweiz, die auf den Bau einer zweiten Gotthard-Röhre drängten, gleichzeitig bei einer möglichen Station zur LKW-Verladung zu Vorreitern des Alpenschutzes ernennen würden. Der Kanton Uri stimmt am 15. Mai über zwei Standesinitiativen ab. Die Alpen-Initiative ist Mitglied des überparteilichen Komitees "2 x NEIN zur 2. Röhre". Dem Komitee gehören unter anderem der Urner Ständerat Markus Stadler (GLP), alt Ständerat und alt Landammann Hansruedi Stadler (CVP), die SP, die Grünen, die Junge CVP und diverse Umweltverbände an. (ug)
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