Wien - Eine kompaktere Stadtentwicklung reduziert das Flächenwachstum, den Verkehr und den Energieverbrauch drastisch. Das ist das Hauptergebnis des EU-Projekts Sume - "Sustainable Urban Metabolism for Europe", schreibt die österreichische Tageszeitung Die Presse. Verwandte Themen| { Ökostädte verhindern Katastrophen, 15.04.11 } | | { Wien steht auf passiv, 06.04.11 } | | { Energieeffiziente Siedlungen, 28.02.11 } | | { Grünes Vorbild für China, 04.02.11 } | | { Kopenhagen legt los, 21.01.11 } | | { Bauen mit dem Klima, 29.11.10 } | | { Ein Preis für die Effizienz, 17.11.10 } | | { Im Zeichen der Megapolis, 14.09.10 } | | { Wider die blinde Verdichtung, 04.08.10 } | | { Nachhaltiger Austausch, 29.07.10 } | | { Bauen und Modernisieren, 23.07.10 } |
Die Verstädterung der Welt schreite voran: Mehr als die halbe Menschheit lebe bereits in Städten, der Trend ist ungebrochen. Gleichzeitig sei der Verbrauch von Energie und Rohstoffen um den Faktor zehn gestiegen – bei einer gleichzeitigen Vervierfachung der Zahl der Menschen. Dieser Weg sei nicht nachhaltig – und im Kampf um eine effizientere (und emissionsärmere) Welt spielen die Städte eine Schlüsselrolle. Bei dem EU-Projekt Sume arbeiteten Forscher aus acht europäischen Staaten und aus China drei Jahre lang zusammen, um Städte „nachhaltiger“ zu machen. Geleitet werde das mit 2,87 Millionen Euro geförderte Projekt vom Österreichischen Institut für Raumordnung (ÖIR). In der Stadtentwicklung sei die Ressourceneffizienz bisher kein Thema gewesen. Um das zu ändern verfolge das Forscherkonsortium das Konzept des "städtischen Metabolismus". Das bedeutet, dass Städte als Systeme betrachtet werden, durch die ständig Ressourcen (Energie, Wasser, Material, Land) fliessen, schreibt Die Presse. Der Stoffwechsel zeige konkrete Folgen etwa hinsichtlich Landverbrauch oder Verkehr. Die Menge und die Qualität der Ressourcenströme hingen von vielen Faktoren ab – beginnend bei der Wirtschaftsentwicklung über die Tatsache, ob eine Stadt wächst oder schrumpft, bis hin zur räumlichen Konfiguration. Für all diese Parameter seien Rechenmodelle entwickelt worden, mit denen Entwicklungsszenarien bis zum Jahr 2050 bewertet werden könnten. Und zwar einerseits für den Fall, dass sich die derzeitigen Trends unverändert fortsetzten, und andererseits für eine Welt, in der neue Prinzipien der Stadtplanung umgesetzt würden. Die Forscher konzentrierten sich dabei auf vier Massnahmen: Verdichtung der Bebauung, verbesserte Anbindung an den öffentlichen Verkehr, Nähe zwischen Wohn- und Arbeitsstätte sowie thermische Sanierung. Im Zentrum der Studie stehen die Effizienz von Gebäuden (v.a. Wärmedämmung), die Infrastruktur (und damit der Verkehr) sowie die Raumplanung, heisst es. Durchgespielt wurde das bisher für die sieben europäischen Städte Wien, München, Stockholm, Newcastle/Tyne, Porto, Marseille und Athen, berichtet Die Presse. Die Rahmenbedingungen seien dabei sehr unterschiedlich: Porto beispielsweise sei eine schrumpfende Stadt, während Wien wachse. Athen sei dicht bebaut, Stockholm habe eine geringe Siedlungsdichte. "Unsere Szenarien zeigen, dass sich der Landverbrauch gegenüber dem Trend um bis zu 80 Prozent verringern lässt", wird der ÖIR-Experte und Projektleiter Christof Schremmer zitiert. Das ermögliche kürzere Wege und einen attraktiveren öffentlichen Verkehr, sodass das Leben in Städten wesentlich ressourceneffizienter werde. (eg)
|