Zürich - Die Zahl der Kunden, die für Strom aus erneuerbaren Energien freiwillig mehr bezahlen, steigt nach dem AKW-Unfall von Fukushima an. Wie die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) berichtet, werden ohnehin nur zehn Prozent des Verbrauchs laut einer Studie des Bundes überhaupt mit klar definierten Produkten aus neuen erneuerbaren Energien bestritten. Verwandte Themen| { Energiewende jetzt einleiten!, 28.03.11 } | | { Basel setzt auf erneuerbar, 24.03.11 } | | { Die Zukunft ist Erneuerbar, 17.03.11 } | | { Bern ist reif für Erneuerbare, 22.11.10 } | | { Bevölkerung fair miteinbeziehen, 19.11.10 } | | { Den richtigen Weg wählen, 07.09.10 } | | { Atomkraft bremst Erneuerbare, 26.08.10 } | | { Angst vor dem Stromausfall, 08.07.10 } | | { Am «Kern» vorbei diskutiert, 15.06.10 } | | { Atommüll XY ungelöst, 21.05.10 } | | { Energiesparen lohnt sich, 11.05.10 } |
Dabei dominiere Strom aus konventioneller Wasserkraft, nur ein Zehntel sei Strom aus neuen erneuerbaren Energien (Windkraft, ökologische Wasserkraft, Photovoltaik usw.). Der Bund will gemäss NZZ den Stellenwert der Stromherkunfts-Bezeichnungen erhöhen, und zwar mit der Ausweitung der Erfassungspflicht von Kraftwerken. Es gehe dabei auch um eine energiepolitisch relevante Sensibilität für die Herkunft des eigenen Stroms und die Wichtigkeit individueller Entscheide, sage Christian Schaffner vom Bundesamt für Energie (BfE). Das Resultat der Anhörung zur Verordnungsänderung sei laut dem BfE positiv gewesen. Die Kennzeichnungspflicht sei bereits auf allen Stromrechnungen ersichtlich. Dabei würden aber durchschnittlich 20 Prozent des Stroms als unbekannt definiert. Einzelne Versorger, welche ihre Wasserkraft-Zertifikate für den Export einsetzten, wiesen gar einen Anteil unbekannten Stroms von 90 Prozent aus. Eine Reduktion sei das Ziel. Ab 2012 werden die Stromfirmen grundsätzlich über alle Kunden gesehen zwischen der Deklaration der Herkunft des gesamten Produktionsmix und der kundenspezifischen Zusammensetzung wählen müssen, heisst es. Das werde wohl dazu führen, dass vermehrt spezifische Stromprodukte angeboten werden. Gleichzeitig sollen alle Kraftwerke, ausser ganz kleine, ihre Produktion im gesamtschweizerischen Zertifikatesystem erfassen müssen, schreibt NZZ. Künftig werde also immer klar sein, wie hoch der Anteil an inländischem AKW-Strom ist. Dabei gebe es Unterschiede. Die St.-Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke (SAK) hätten etwa neben dem üblichen Mix auch Ökostrom-Angebote, mit einem Aufpreis von zwei bis 60 Rappen pro Kilowattstunde – aber nur zwei Prozent der Kunden nutzten diese. Anders beim Elektrizitätswerk der Stadt Zürich. Dort würden durch ein gezieltes Marketing auch im preissensitiven Firmensegment nur noch 40 Prozent des Stroms in einem Mix geliefert, der AKW-Strom enthält. Das Potenzial der Ökostrom-Förderung via Markt sei beim Bund noch nicht ausgelotet. Die nun angepeilte bessere Deklaration aller Stromprodukte wäre im Übrigen auch bei der Einführung einer Quotenregelung zentral. Feste Quoten für die Produktion von neuen erneuerbaren Energien könnten allenfalls dann eingeführt werden, wenn das heutige Förderinstrument, die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV), nicht zum Ziel führen würde, bis 2030 einen Zubau von 5,4 Gigawattstunden zu erreichen, heisst es. Bei der KEV bezahle jeder Kunde derzeit 0,45 Rappen pro Kilowattstunde Strom in einen Fonds, der dann Ökostrom-Produzenten unterstützt. 2012 werde die KEV-Abgabe wegen Gewässerschutzmassnahmen wohl um 0,1 Rappen steigen. Andere Erhöhungen seien noch nicht nötig gewesen, weil Einsprachen den Bau von Wasser- und Windkraftwerken blockierten und der Photovoltaik-Ausbau wegen der noch schlechten Rentabilität limitiert sei. Für ökologische Konflikte steht auch der Umstand, dass das Bundesamt für Umwelt parallel zu den Änderungen der Stromkennzeichnung und der KEV die Gewässerschutzverordnung um einen ökologischen Passus für die Wasserkraft-Planung ergänzen will – zum Missfallen von Stromfirmen und Kantonen, schreibt NZZ. (eg)
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