Stockholm – Eisbärenbesuche auf Island werden in letzter Zeit immer häufiger. Dahinter wird eine Auswirkung des Klimawandels vermutet, schreibt die Tageszeitung taz. Das Eis zwischen Grönland und Island werde dünner und instabiler. Die Gefahr wachse, dass Eisbären auf kleinen, abgebrochenen Eisschollen isoliert abgetrieben werden. Oft werden die Tiere erschossen. Die Eisgrenze verläuft laut dem taz-Artikel derzeit etwa 100 Kilometer von Nordwestisland entfernt. "Ich finde es tragisch, dass unsere einzige Reaktion ist, diese Tiere zu töten, wenn sie bei uns an Land kommen", wird nach dem jüngsten Vorfall der Oberbürgermeister von Reykjavík, Jón Gnarr zitiert. Tatsächlich laute die Empfehlung der Umweltbehörde, dass Eisbären grundsätzlich erschossen werden sollen. Man habe keine Ressourcen, in entlegenen Regionen die Bewegungen eines solchen Tiers rund um die Uhr zu bewachen. Die Bürgerinitiative Polar Bear Project fordere hingegen die Ausweisung eines abgegrenzten Gebiets, in dem in Island an Land kommende Eisbären ausgesetzt werden könnten. Ein anderer Vorschlag der Eisbärenfreunde laute: Die Tiere sollten betäubt und nach Grönland zurückgebracht werden. "Wenn der Eisbär aus 50 Meter Entfernung erschossen wurde, wäre es genauso gut möglich gewesen, ihn zu betäuben", sagt laut taz ein Aktivist. Das sei zu teuer und riskant, beteuerten Umwelt- und Polizeibehörden bislang: Ausserdem habe Grönland sich bei früheren Gelegenheiten geweigert, auf Island gefangene Tiere zurückzunehmen. (eg)
|