Unverblümte Aussagen

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Geschrieben von: Redaktion 09.05.11
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Basel - Ein Fotovergleich von Pro Natura hat den Biodiversitätsverlust am Beispiel der Blumenwiesen deutlich sichtbar gemacht. Wo sich früher bunte Blütenteppiche ausbreiteten, herrscht heute ödes Einerlei. Darüber berichtet Pro Natura in einer Medienaussendung.

Der gravierende Biodiversitätsverlust in der Schweiz sei wissenschaftlich gut dokumentiert. In den letzten 110 Jahren seien 36 Prozent der Auen, 82 Prozent der Moore und 95 Prozent der Trockenwiesen und -weiden in der Schweiz verschwunden. Rund ein Drittel der Tier- und Pflanzenarten sei bedroht. Der Verlust an biologischer Vielfalt sei jedoch ein schleichender und somit wenig augenfälliger Prozess. So sind laut Pro Natura auch 70 Prozent der Schweizer Bevölkerung fälschlicherweise der Meinung, um die Biodiversität in der Schweiz stehe es gut oder gar sehr gut.

Pro Natura macht nach eigenen Angaben den Wandel nun sichtbar – am Beispiel von Schweizer Blumenwiesen. Dazu stelle sie Postkarten und Fotos aus den Jahren 1970-1990 aktuellen Vergleichsfotos von 2010 gegenüber. Der Fotovergleich zeige deutlich: Wo früher bunte, artenreiche Blumenwiesen blühten, beherrschten heute ein paar wenige anpassungsfähige Generalisten den Lebensraum.

Die Ursache liege in der intensiveren Bewirtschaftung der Futterwiesen. Stärkeres Düngen, frühere und häufigere Mahd, Silage, Bewässerung, Drainage und weitere Massnahmen zur Produktionssteigerung hätten zu einer Vereinheitlichung der Wiesen geführt. Vormals typische Arten wie Bocksbart, Wiesen-, Flocken- oder Witwenblume würden zunehmend verdrängt von einer Handvoll raschwüchsiger, nährstoffliebender Arten wie dem Gewöhnlichen Rispengras, Löwenzahn oder Knäuelgras. Die Folgen reichten weit über ein verändertes Landschaftsbild hinaus. Denn mit jeder verlorenen Pflanzenart verschwindet im Durchschnitt die Lebensgrundlage für zehn Tierarten, schreibt Pro Natura.

Mit ihrer Kampagne "Biodiversität – jede Art zählt!" fordert Pro Natura deshalb mehr Engagement für den Erhalt der biologischen Vielfalt. So begrüsse sie zwar den Vorschlag zur Agrarpolitik 2014-2017, der sich zurzeit in der Vernehmlassung befinde. Gleichzeitig fordere sie aber weitere Verbesserungen, insbesondere mehr Mittel für die Biodiversitätsbeiträge, um immer noch vorgesehene Fehlanreize in der Landwirtschaft zu beseitigen und Leistungen für die Biodiversität attraktiver zu machen. (eg)

 

 

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