Bern - Die SBB will ausschliesslich auf erneuerbare Energien setzen. Dazu muss sie jedoch die Energieversorgungsstrategie optimieren. Wie das Schweizer Fernsehen (SF) mitgeteilt hat, fahre laut SBB-Chef Andreas Meyer die Bahn derzeit mit einem Atomstromanteil von 25 Prozent. Der Rest des Bedarfs stamme aus Wasserkraft. Ziel sei ein Ausstieg aus dem Atomstrom. Ob das gehe, sei noch offen. Ein sofortiger Ausstieg wäre mit erheblichen betrieblichen Einschnitten verbunden und würde auch die Bahnkunden treffen. Die SBB arbeite an der Leistungssteigerung ihrer Wasserkraftwerke. Im Bau sei das Pumpspeicherkraftwerk Nant de Drance im Wallis, an dem die SBB zu gut einem Drittel beteiligt sei. Die 600-Megawatt-Anlage soll laut SF ab 2017 jährlich 1500 Gigawattstunden (GWh) liefern. Diesen Strom brauchen die SBB dringend, um den wachsenden Leistungsbedarf zu Spitzenzeiten zu decken, heisst es. Bei einigen der bestehenden Kraftwerke plane die SBB Erneuerungen, um mehr Strom produzieren zu können. Das einfachste sei indessen das Energiesparen, sagte Meyer laut SF. Bis 2015 wolle die SBB den Stromverbrauch um zehn Prozent senken. 2010 habe die Bahn bereits den Verbrauch von 30.000 Haushalten eingespart. Ihre Anteile an den Atomkraftwerken Leibstadt sowie Bugey und Cattenom wolle die Bahn verkaufen, wenn sich gute Alternativen fänden. Wie Meyer laut SF sagte, hätten die Beteiligungen bereits im Jahr 2000 abgestossen werden sollen, allerdings fand sich kein Käufer. Rund 2.400 Gigawattstunden (GWh) Strom verbrauchten Züge und Anlagen der SBB pro Jahr. Das seien rund 80 Prozent der Produktion des AKW Mühleberg oder der Verbrauch von 600.000 Haushalten. Ein Viertel davon stamme aus Atomkraftwerken im In- und Ausland. Der dichtere Fahrplan, der Gotthard-Basistunnel, die Zürcher S-Bahn oder zusätzlicher Güterverkehr führten dazu, dass das Bahnunternehmen bis 2030 zehn bis 15 Prozent mehr Energie brauchen werde. (eg)
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