Unterirdisch

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Geschrieben von: Redaktion 09.05.11
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Ketzin/Spremberg – Das Deutsche GeoForschungsZentrum (GFZ) hat im brandenburgischen Ketzin erstmals in Deutschland Kohlendioxid (CO2) aus einem Braunkohlekraftwerk in tiefen Gesteinsschichten gespeichert. Wie das Portal Proplanta berichtet, verpresst das GFZ dort versuchsweise etwa einen Monat lang 2.000 Tonnen industriell abgeschiedenes CO2 aus der Spremberger Versuchsanlage Schwarze Pumpe in einer Tiefe von 650 Meter.

Täglich rollen drei Lastwagenladungen mit eiskaltem, verflüssigtem CO2 die 200 Kilometer nach Ketzin, schreibt Proplanta. Seit Juni 2008 seien an dem EU-Forschungsstandort Ketzin nach GFZ-Angaben bereits 48.500 Tonnen Kohlendioxid gespeichert worden, das beispielsweise für die Getränkeproduktion geeignet sei. Dieses CO2 habe einen Reinheitsgrad von mehr als 99,9 Prozent. Das jetzt eingesetzte CO2 aus der Pilotanlage des CO2-armen Kohlekraftwerkes, das dem Energiekonzerns Vattenfall Europe gehöre, habe mit mehr als 99,7 Prozent ebenfalls einen hohen Reinheitsgrad. Es enthalte aber geringe Spuren weiterer im Kraftwerksbetrieb anfallenden Gase, hieß es.

Die unterirdische Verpressung sei auch ein wichtiger Schritt für das Umsetzen der gesamten CCS-Technologiekette (Carbon Dioxide Capture and Storage). Demnach wird laut Proplanta das Treibhausgas aus dem Rauchgas abgeschieden, transportiert und gespeichert.

Die im September 2008 eröffnete Versuchsanlage der Vattenfall Europe AG am Industriestandort Schwarze Pumpe im Süden Brandenburgs sei derzeit die einzige Anlage in Deutschland, die industriell abgetrenntes Kohlendioxid liefern könne. An dem 2004 gestarteten Projekt seien mehrere europäische Länder beteiligt. Die am Standort Ketzin eingesetzten CO2-Überwachungsmethoden zählten nach den GFZ-Angaben zu den umfangreichsten und innovativsten weltweit.

Vattenfall plane derzeit die Erkundung der CO2-Speicherung in Ostbrandenburg, doch dies stosse auf heftigen Widerstand der Bewohner. Bundesweit gibt es viele Bürgerinitiativen gegen die Technologie, da schwere Schäden für Mensch und Umwelt bei Lecks befürchtet werden, schreibt Proplanta. Ausserdem verbrauche das Verfahren sehr viel Energie, so dass mehr Kohle für den gleichen Energiegewinn abgebaut werden müssten und im Kraftwerk selbst mehr Kohlendioxid entstehe. Die rot-rote Landesregierung unterstütze die Erforschung der CCS-Technologie, dies dürfe jedoch nicht zu Lasten der Sicherheit der Bevölkerung geschehen. (eg)


 

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