Berlin - Der WWF hat den illegalen Abschuss einer jungen Wölfin in Sachsen am vergangenen Dienstag verurteilt. "Wir haben rund 60 Wölfe in Deutschland. Da ist jedes totes Tier ein herber Rückschlag, besonders wenn es durch illegale Handlungen ausfällt", wird WWF-Artenschutzreferent Dr. Janosch Arnold in einer Pressemitteilung zitiert. Zugleich fordere Arnold das sächsische Umweltministerium auf, endlich von den Plänen abzurücken, den Wolf aus dem Naturschutz- ins Jagdrecht zu nehmen ohne dies mit den im Wolfsmanagement beteiligten Akteuren zu diskutieren.
Einer jagdlichen Nutzung widerspreche der Zustand der Population, welche weit vom günstigen Erhaltungszustand entfernt sei. Die etwa ein Jahr alte Wölfin war vermutlich am 3. Mai in der Nähe von Niesky (Landkreis Görlitz) gewildert worden, heisst es. Nach WWF-Informationen sei inzwischen klar, dass das Tier mit einem Jagdprojektil erlegt worden sei. "Das legt die Vermutung nahe, dass der Täter vermutlich aus dem Bereich der Jägerschaft stammt", so Arnold. Der WWF wolle jedoch keine Gruppe unter Generalverdacht stellen. In vielen Regionen arbeite der Umweltverband eng und vertrauensvoll mit Jägerinnen und Jäger auf dem Gebiet des Wildtier- und Wolfsmanagement zusammen. Der illegale Wolfsabschuss sei ein Verstoss gegen Natur- und Artenschutzrecht und könne mit hohen Geldstrafen oder gar mit Haftstrafen bis zu fünf Jahren geahndet werden. Das Landratsamt Görlitz hat derweil angekündigt, Anzeige gegen Unbekannt erstatten zu wollen, schreibt WWF. (eg)