Basel - Der Bundesrat hat einem Entwurf für eine Änderung des Waldgesetzes zugestimmt. Mit der Änderung soll die Pflicht zum Ersatz bei Waldrodungen im ganzen Land aufgeweicht werden, berichtet Pro Natura in einer Pressemitteilung. Pro Natura wertet nach eigenen Angaben die Absicht als falsch. Der Entwurf mache keinen Unterschied zwischen Waldflächen im Berggebiet und im Mittelland.
Im Mittelland, in alpinen Tourismus-Regionen und Tallagen stehe der Wald unter Druck wie seit Jahrzehnten nicht mehr. In der Pressemitteilung bedauert Pro Natura die undifferenzierte Stellungnahme des Bundesrates. "Auf dem Spiel steht die Lebensqualität eines grossen Teils der Bevölkerung. Die Vorlage gefährdet nämlich den Spazier- und Ausflugswald vor der Haustüre", wird Marcus Ulber zitiert, Wald- und Raumplanungsexperte von Pro Natura.
Dass dieser Wald der Bevölkerung am Herzen liege, zeigten die kürzlich publizierten Umfrageresultate des Forschungsinstituts "gfs-zürich" im Auftrag von WWF Schweiz, Pro Natura, Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz und Stiftung Landschaftsschutz Schweiz SL: Neun von zehn Schweizerinnen und Schweizern wollten einen strikten Waldschutz. Im Berggebiet, wo die Waldfläche zunimmt, kann eine Lockerung der Aufforstungspflicht bei Rodungen durchaus Sinn machen, schreibt Pro Natura. (eg)