Wien - Jeder dritte Österreicher erledigt zumindest gelegentlich mit dem Fahrrad Einkäufe. Eine aktuelle Untersuchung des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) zeigt nach Angaben der Organisation, dass es grosse Unterschiede zwischen den Bundesländern gibt. In Vorarlberg kaufen bereits 46 Prozent mit dem Fahrrad ein, im Burgenland 39 Prozent, in Wien aber nur 19 Prozent. Durch die steigenden Spritpreise wird gemäss VCÖ auch das Einkaufen mit dem Fahrrad in Österreich wieder beliebter. Die Untersuchung zeige, dass bereits 32 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher mit dem Fahrrad Einkäufe erledigten. "Die Entscheidung, ob Einkäufe mit dem Fahrrad zurückgelegt werden, hängt von drei zentralen Kriterien ab: Die Einkaufsmenge, die Entfernung und sehr entscheidend ist, wie gut die Bedingungen zum Radfahren sind. Das macht vor allem der Bundesländer-Vergleich deutlich", stellt VCÖ-Experte Martin Blum fest. Werden die Bedingungen zum Radfahren verbessert und das Einkaufen mit dem Fahrrad vom Handel stärker beworben, dann kann nach Ansicht des VCÖ österreichweit der Anteil von derzeit 32 auf 40 Prozent erhöht werden. Wer mit dem Auto Einkäufe erledigt, hat einen grossen CO2-Rucksack, wie die VCÖ-Untersuchung zeigt. Der Club macht folgende Rechnung auf: - Entfernung zum Geschäft 1 Kilometer: 0,98 Kilogramm CO2/Spritkosten: 0,60 Euro
- Entfernung zum Geschäft 2 Kilometer: 1,43 Kilogramm CO2/Spritkosten: 0,86 Euro
- Entfernung zum Geschäft 3 Kilometer: 1,75 Kilogramm CO2/Spritkosten: 1,06 Euro
- Entfernung zum Geschäft 4 Kilometer: 2,08 Kilogramm CO2/Spritkosten: 1,26 Euro
- Entfernung zum Geschäft 5 Kilometer: 2,41 Kilogramm CO2/Spritkosten: 1,46 Euro
In Deutschland wollen der Fahrradclub ADFC und die Krankenkasse AOK aus Umwelt- und Gesundheitsgründen das Pendeln zum Arbeitsplatz mit dem Fahrrad beliebter machen. Rund vier Millionen Arbeitnehmer nutzten regelmässig das Fahrrad für ihren Weg zur Arbeit, schreibt die Tageszeitung taz dazu. Mit dem Rad zur Arbeit heisst Deutschlands grösste Werbekampagne für mehr Fahrradverkehr im Alltag, die ADFC und AOK seit zehn Jahren veranstalten. Arbeitnehmer, die ab 1. Juni an der Aktion teilnehmen, können jetzt Preise gewinnen – und etwas für ihre eigene Fitness und Gesundheit tun. Rund 172.000 Menschen hätten allein im vergangenen Jahr an der Aktion teilgenommen, und innerhalb der letzten zehn Jahre seien schon mehr als eine Million Menschen erreicht worden, erklärten die Organisatoren gestern. (ug)
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