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Geschrieben von: Redaktion 04.05.11
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Bern – Der Schweizer Konsumentenschutz (SKS) hat die vom Verband öffentlicher Verkehr (VöV) und der SBB angekündigten Tariferhöhungen kritisiert. Statt kaum nachvollziehbare Tariferhöhungen für bestimmte Billette und Abonnements vorzunehmen, muss ein längerfristiges Finanzierungskonzept vorgelegt werden, schreibt der Verband in einer Medienaussendung.

Regelmässig kommunizierten der VöV und die SBB Tariferhöhungen im öffentlichen Verkehr: Passagiere sollten offenbar mit dieser Salamitaktik dazu erzogen werden, sich an jährliche Preiserhöhungen zu gewöhnen. So habe der VöV im Sommer 2010 bekannt gegeben, dass im Dezember 2010 Preiserhöhungen vorgenommen würden. Bereits vor gut vier Monaten seien zum Teil identische Angebote von den Preiserhöhungen betroffen gewesen – so etwa das Generalabonnement (GA) 2. Klasse oder die Tageskarten der Gemeinden. Das GA werde damit innert kurzem um zehn Prozent, die Tageskarten um 15 Prozent, die "Gleis 7"-Karte für Jugendliche sogar um 30 Prozent teuerer.  

Der VöV und die SBB müssten ein umfassendes Finanzierungskonzept vorlegen, statt scheibchenweise und in immer kürzeren Abständen Preiserhöhungen vorzunehmen. In diesem Konzept seien auch Qualitätsverbesserungen aufzuführen, welche die ÖV-Kundinnen und –kunden durch die Preiserhöhungen zu erwarten hätten. So müsse sich die SBB festlegen, ob sie Verbesserungen im Taktfahrplan, bei den Anschlüssen an den Fernverkehr, bei den Geschwindigkeiten auf den Fahrstrecken oder bei den Sitz- und Stehplätzen vornehmen werde. In diese Richtung zielt auch das Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr Energie und Kommunikation (UVEK) mit dem Vorschlag, einen Bahninfrastrukturfonds zu schaffen, schreibt SKS.

Neben einer langfristigen Strategie in Bezug auf die Finanzierung verlangt die SKS nach eigenen Angaben weiter, dass dem Preisüberwacher die neusten Preisaufschläge zur Überprüfung vorgelegt werden. Nicht zu vergessen sei, dass die SBB im Rechnungsjahr 2010 für 965 Millionen Franken Rollmaterial gekauft und 938 Millionen Franken in ihre Pensionskasse einbezahlt hätten.

Damit die SBB weiterhin auf finanziell gesunden Füssen stehen, dürfen sie nicht eine undurchsichtige Tarifpolitik einschlagen, welche die Kundinnen und Kunden verärgert und damit schlussendlich den Strassenverkehr fördert, schreibt SKS. (eg)

 

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