Schwarzwald 21

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Geschrieben von: Redaktion 02.05.11
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Bad Säckingen - Am Hochrhein im Schwarzwald ist eines der grössten Wasserkraftprojekte Europas geplant. Es soll umweltfreundlichen Strom aus der natürlichen Kraft des Wassers produzieren. Das berichtet Greenpeace-Magazin. Dafür sollen unter anderem zwei Kunstseen mit einer Gesamtfläche von einem Quadratkilometer angelegt und eine 75 Meter hohe Staumauer aus Beton gebaut werden. Mehr als eine Milliarde Euro soll dort nach Greenpeace-Magazin-Angaben investiert werden.

Trotz der Atomkatastrophe in Japan und des Kurswechsels in der deutschen Atompolitik stosse das geplante Pumpspeicherkraftwerk Atdorf kaum auf Sympathie. Der breite Protest gegen das Grossprojekt Stuttgart 21 und der grün-rote Sieg bei der Landtagswahl am 27. März spüle seit Wochen zusätzliches Wasser auf die Mühlen der Gegner. Der Widerstand speist sich, wie bei Stuttgart 21, aus dem bürgerlichen Lager, heisst es.

Atdorf werde nach Stuttgart 21 das grösste Bauvorhaben in Baden-Württemberg, sagt laut Greenpeace-Magazin Südbadens Regierungspräsident Julian Würtenberger (CDU). Protestplakate vor Ort, Aktionen und Diskussionen künden davon, obwohl Pumpspeicherkraftwerke gerade als Puffer für wechselhafte Energieproduktion wichtig seien. Wenn eine starke Luftströmung in den Windkraftwerken viel Strom erzeugt, dieser aber kaum Abnehmer findet, werde damit Wasser in die Speicherbecken gepumpt. Wenn am nächsten Mittag laut Greenpeace-Magazin eine grosse Strommenge benötigt wird, wird das Wasser in Turbinen geleitet, deren Stromproduktion den Spitzenbedarf abdecken helfen.

Die Gegner befürchteten, dass die Bauten die Landschaft verschandelten. Sie sehen negative Auswirkungen für den Tourismus und die Gesundheit der Anwohner, heisst es. Der regional ansässige Energieproduzent mit Sitz in Laufenburg (Kreis Waldshut) habe seit seiner Gründung vor 83 Jahren schon fünf Pumpspeicherkraftwerke und ein Rheinkraftwerk gebaut. Aber einen solchen Widerstand wie jetzt habe es nie gegeben. Helfen sollen nun, wie bei Stuttgart 21, ein Runder Tisch, eine Telefon-Hotline sowie Informationskampagnen. Atdorf solle nicht ein zweites Stuttgart 21 werden.

Unter anderem der Schwarzwaldverein, Umweltschutzorganisationen und die Grünen haben sich gegen das Projekt gestellt, schreibt Greenpeace-Magazin. Die CDU ist dafür, heisst es. "Für die erneuerbaren Energien zu plädieren, aber gegen neue Pumspeicherkraftwerke zu sein, ist inkonsequent", soll Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Mitte März bei einem Wahlkampfauftritt im nahen Waldshut-Tiengen gesagt haben. Der Beifall für diese Aussage sei wie das Wahlergebnis für die CDU mager ausgefallen. (eg)

 

 

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