Mogel-Aktienpakete

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Geschrieben von: Redaktion 28.04.11
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Frankfurt a. M. - Nachhaltige Fonds werden umweltbewussten Anlegern gern als saubere Investments offeriert, durch die sich Geld und Moral verbinden lassen. Doch viele enthalten Aktien laut einer Untersuchung von ÖKO-TEST von Atomfirmen, Rüstungskonzernen und Umweltsündern. Nur fünf von 73 untersuchten Fonds bieten Anlegern ein wirklich dunkelgrünes Depot, berichtet die Zeitschrift der Kosumentenschützer.

 

"Mit dem Begriff Nachhaltigkeit wird ein Haufen Schindluder getrieben", zitiert ÖKO-TEST online den Wirtschaftswissenschaftler Bruno S. Frey von der Universität Zürich. Man müsse enorm kritisch sein, so Frey, ob das, was als nachhaltig verkauft wird, auch wirklich ethisch und ökologisch einwandfrei ist. "Solange wir nicht genau wissen, was wirklich in den Fonds steckt, ist die Gefahr von Mogelpackungen und hellgrünen Produkten gross."

"Der Markt ist daher sehr enttäuschungsanfällig", bestätigt Arno Gottschalk von der Verbraucherzentrale Bremen laut Angaben von ÖKO-TEST. Hinzu komme dass die Qualität der Bankberatung oft miserabel ist, wenn es um Nachhaltigkeitsthemen geht. Das habe zumindest eine interne Untersuchung der Verbraucherzentralen ergeben. Immer lauter wird daher der Ruf nach einem Gütesiegel für die Branche, das Verbrauchern die Auswahl grüner Geldanlagen einfacher macht.

ÖKO-TEST hat nach eigenen Angaben einen ersten Schritt in diese Richtung unternommen und 73 Öko-Fonds geprüft. Dabei haben die Verbraucherschützer zum Teil "trotz strengem Auswahlverfahren und angeblich knallharten Ausschlusskriterien höchst fragwürdige Titel im Depot" endeckt. Die Liste sei lang - und erschreckend: ÖKO-TEST fand Aktien von Unternehmen, die zu den 100 grössten Waffenproduzenten der Welt zählen, Wertpapiere von den 100 grössten Luftverschmutzern, Konzerne, die von der renommierten SRI Ratingagentur RepRisk gerade zu den zehn weltweit umstrittensten Firmen gekürt worden waren, weil sie in schwere Umweltkatastrophen verstrickt sind oder ihnen schwere Menschenrechtsverletzungen oder unmenschliche Arbeitsbedingungen nachgewiesen wurden.

Daneben seien in manchen Fonds Aktien von Unternehmen entdeckt worden, die Greenpeace Schweiz gerade erst mit dem Public Eye Award, einer "Auszeichnung für unverantwortliche Konzerne" gekürt oder sie zumindest dafür nominiert hatte, heisst es bei ÖKO-TEST weiter. Gefunden wurden auch Wertpapiere von Firmen, die wegen ihrer mangelnden Transparenz aus dem UN Global Compact herausgeworfen worden waren und Anleihen von Staaten, die Transparency International für hochgradig korrupt erachtet. (ug)

 

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