Stuttgart – Eine erste Anlage, die elektrische Energie in Erdgas umwandelt, wurde in Betrieb genommen. Die SolarFuel GmbH bietet nach Mitteilung des Portals Energie-Experten eine Anlage mit einer elektrischen Anschlussleistung von 25 Kilowatt. Die neue Ökostromspeichertechnik von SolarFuel sei im Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und dem Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) entwickelt worden. SolarFuel realisiere die Anlagen. Die neue Technologie wandele Wasser und Kohlenstoffdioxid (CO2) mit Hilfe von Wind- oder Solarstrom direkt in synthetisches Erdgas um: In der Elektrolyse werde im ersten Schritt Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt. Im zweiten Schritt werde der Wasserstoff mit CO2 direkt zu Methan (CH4) umgesetzt. Dabei steige die Energiedichte um den Faktor 3 an und es entstehe ein marktfähiger und handelbarer Energieträger, der Erdgasqualität besitze. Gespeicherter Wind- und Solarstrom werde so zum Lieferanten von Ausgleichsenergie, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint. Durch die Möglichkeit der Konversion zu Flüssigkraftstoffen bis hin zu Kerosin für den Flugverkehr entstehe auch eine Alternative zu Biokraftstoffen. "Mit der klimaneutralen Umwandlung in Erdgas schaffen wir einen erneuerbaren Stromspeicher. Unsere Technologie passt Wind- und Solarenergie an den Bedarf an und trägt somit auch zur Stabilität der Netze bei", wird Gregor Waldstein, Geschäftsführer der SolarFuel GmbH zitiert. "Die Ökostromkonvertierung ist ein wichtiger Baustein im Konzept einer 100-prozentigen, dezentralen Versorgung mit erneuerbaren Energien. Mit einem derart flexiblen Speicherkonzept können Regionen, Kommunen und Unternehmen autark werden und sich so langfristig stabile und bezahlbare Energie sichern", betont laut der Pressemitteilung Matthias Willenbacher, Gründer und Vorstand der juwi-Gruppe, die sich mit fünf Prozent an der SolarFuel GmbH beteiligten. (eg)
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