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Geschrieben von: Redaktion 26.04.11
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Freiburg i. Br. - Nach gründlicher Sanierung haben alte und neue Mieter das weltweit erste nach Passivhausstandard sanierte Hochhaus in Freiburg-Weingarten  bezogen. Mit Unterstützung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE wurde laut einer Pressemeldung der Primärenergiebedarf für Beheizung, Trinkwassererwärmung, Lüftung, Beleuchtung und Haushaltsstrom um 40 Prozent gesenkt.

Auch nach der offiziellen Einweihung setzen die Fraunhofer-Forscher ihre wissenschaftliche Arbeit fort, heisst es. Sie erfassten und analysierten über zwei Jahre den Energieverbrauch des Gebäudes im realen Betrieb. Die Ergebnisse hätten, wie das gesamte Projekt, Modellcharakter und sollen zukünftig in vergleichbare energetische Sanierungsvorhaben einfliessen.

Um ein eng besiedeltes Gebiet mit unterschiedlichen Häusertypen in ein klimaneutrales Quartier umzuwandeln sind energieeffiziente Gebäude, die lokale Nutzung von Solarenergie und eine energieeffiziente Gesamtversorgung auf Basis erneuerbarer Energien entscheidend, berichtet Fraunhofer ISE. So hätten sich gemeinsam die Freiburger Stadtbau GmbH, die badenova WÄRMEPLUS und das Fraunhofer ISE zum Ziel gesetzt, den Primärenergiebedarf des Freiburger Stadtteils Weingarten bis zum Jahr 2020 um 50 Prozent zu reduzieren.

Mit dem 16-stöckigen Gebäude existiere erstmals ein Hochhaus, dessen Heizwärmebedarf nach Sanierung deutlich unter 20 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m²a) gesunken und mit dem eines neu gebauten Passivhauses vergleichbar sei. Der Heizwärmebedarf nach Sanierung liege bei einem Fünftel des ursprünglichen Werts und hätte damit um 80 Prozent gesenkt werden können.

Basis des Sanierungskonzepts sei der Einbezug der alten Balkonflächen in den Wohnraum. Das Gebäude sei damit kompakter und die Wärmeverluste im Verhältnis zur Nutzfläche geringer. Die dadurch bedingten höheren Raumtiefen machten Untersuchungen zur Tageslichtversorgung notwendig. Die grossen, sturzfreien Fensterflächen liessen das Tageslicht tief in die Räume eindringen. Der aussenliegende Sonnenschutz sorge im Sommer dafür, dass die Sonne »draussen« bleibe und die Räume nicht zu warm werden.

Zur Reduktion des Energiebedarfs seien Fassade, Dach und Decken gedämmt sowie Dreifachverglasungen eingebaut worden. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung versorge die Wohnung kontinuierlich mit frischer Luft. Auf dem Dach sei eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von knapp 24 kW installiert. Der Energieverbrauch des sanierten Gebäudes werde seit März 2011 vom Fraunhofer ISE gemessen. Die Messungen würden zwei Jahre dauern und die Ergebnisse anonymisiert erfasst.

Der westliche Teil des 1965-1969 entstandenen Freiburger Stadtteils Weingarten werde bis ca. 2020 in drei Abschnitten modernisiert. Das Areal, in dem rund 5.800 Menschen wohnten, umfasse eine Fläche von etwa 30 ha. Durch Optimierung der Gebäudehülle und Wärmedämmung sei Passivhausstandard erreicht worden. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie BMWi habe das Hochhausprojekt im Rahmen des Schwerpunkts "Energieeffiziente Stadt" gefördert. (eg)


 

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