Die Stiftung von Peter Buffet will mit einem Vermögen von einer Milliarde Dollar die Lebensbedingungen vor allem von Frauen und Mädchen verbessern. Der jüngste Sohn von Warren Buffet wendet dabei ähnliche Methoden an wie das „Orakel von Omaha“.
Georg Ackermann: Inwiefern wurde Ihr philanthropisches Engagement von Ihrem Vater beeinflusst? Peter Buffet: Er hatte Einfluss auf mein Denken. Es gibt da ein paar Konzepte, die mir helfen, wenn ich bestimmte Dinge angehe. Was die konkrete Arbeit anbelangt, die Jennifer und ich leisten, da gab es keinen Einfluss. Aber auf die Art wie wir arbeiten. Schauen Sie sich unsere Organisation an. Wir haben ein kleines Büro und unterstützen damit Vermittler, die in der Lage sind, eine grossartige Arbeit zu leisten. Das ist nicht ganz unähnlich zur Arbeitsweise meines Vaters. Er hat ein sehr kleines Homeoffice und unterstützt von dort aus Unternehmen mit einem guten Management. Er sagt denen weiter nicht was sie tun sollen oder wie sie es tun sollen. Es sind einige weiter greifende Konzepte, die mich beeinflusst haben. Georg Ackermann:Sie arbeiten gegenwärtig nicht direkt mit Ihrem Vater zusammen. Gibt es Pläne dafür? Peter Buffet:Mein Vater betreibt eigentlich keine Philanthropie. Das ist ein allgemeines Missverständnis. Mein Vater wird oft sagen, dass es wesentlich einfacher für ihn ist, Geld zu machen, als es auszugeben. Er verdient es, so haben wir mehr zum Ausgeben. Und so hat er sich dazu entschieden, es Bill und Melinda Gates zu geben, meinem Bruder, meiner Schwester und mir selbst und wir sind dann diejenigen, die in der Philanthropie arbeiten. Er kümmert sich nur darum den Aktienkurs nach oben zu bringen, damit wir mehr davon verteilen können. Georg Ackermann:Sie sagen Sie hätten nur ein kleines Büro. Das Anlegermagazin Barron’s führt Sie dennoch als einen der 25 grössten Spender... Peter Buffet:...und das ist eine wunderbare Auszeichnung. Aber wir sind nur elf im Büro und gemessen an unserem Vermögen könnten wir ein viel grösseres Büro haben, mit einer Milliarde Dollar. Es wäre wirklich interessant, aber ich habe nie auf die Durchschnittsgrösse vergleichbarer Stiftungen geschaut. Die sind vermutlich grösser und wir sind eins der kleineren, das ist sicher. Georg Ackermann:Ihrem Auftrag zufolge arbeiten Sie vor allem an einer Verbesserung der Lebensbedingungen von Frauen und Mädchen in Entwicklungsländern. Gibt es konkrete Projekte, die sie besonders stolz machen? Peter Buffet:Ich würde sagen, die Arbeit mit der Nike-Stiftung, alles was wir rund um den “Girl-Effekt” machen. Das ist gewachsen und hat eine grössere Wirkung erlangt, als wir uns vorgestellt haben. Die Arbeit, die Nike vollbringt, ist grossartig, und wir sind wirklich Partner in diesem Projekt. Wir haben dermassen viel Kapital bewegt und nun spricht sogar die Weltbank darüber, wie wichtig heranwachsende Mädchen sind. Eine Vielzahl von Institutionen haben sich für die Idee begeistert und alle die kleinen Dinge, die wir zu hören bekommen, es ist phantastisch. Verwandte Themen| { Nachhaltigkeit braucht Status, 08.04.11 } | | { Afrika den Afrikanern, 09.02.11 } | | { Frauen sind ihre beste Werbung, 07.02.11 } | | { Frauendiskriminierung politisiert, 07.02.11 } | | { Award für skrupellose Konzerne, 11.01.11 } | | { Spass am Lernen, 03.12.10 } | | { Ethik gehört zu Nachhaltigkeit, 26.11.10 } | | { Stipendium für grüne Ideen, 11.11.10 } | | { Mit fürstlicher Familie Gutes tun, 10.11.10 } | | { Club der grossen Zusammenhänge, 29.10.10 } | | { Auszeichnung für den Einsatz, 08.10.10 } | | { Mit Verantwortung zum Erfolg, 04.08.10 } | | { Verantwortung zeigen - Kurs ändern, 30.06.10 } | | { Für einen fairen Ausgleich, 19.05.10 } | | { Bereit für die gute Sache, 17.05.10 } |
Georg Ackermann:Sie wollten nie ein Grossinvestor werden wie Ihr Vater? Peter Buffet:Nein. Gut, vielleicht für eine Minute. Als ich zum College ging und nichts mehr in den Taschen hatte, dachte ich, vielleicht will ich das auch. Ich war noch nicht so weit mit meiner Musik, um damit Geld zu verdienen. Ich dachte, gut, ich bin das jüngste Kind und mein Vater ist wirklich gut darin, ich sollte mir das einmal durch den Kopf gehen lassen. Deshalb redeten wir ein wenig darüber und er schickte mir ein paar Bilanzen und dann stellte ich fest, das ist nicht wirklich etwas für mich. Meine Mutter sagte immer: “Tu was du magst”. Ich mochte es nicht. Georg Ackermann:Dennoch ist Ihr Job jetzt der eines “Philantrokapitalisten”, der Philanthropie als ein Investment betrachtet, mit einem besonderen Augenmerk auf wirtschaftliche Nachhaltigkeit. Peter Buffet:Genau, das stimmt. Georg Ackermann:Mögen Sie das Konzept? Peter Buffet:Ja, doch. Ich denke die Definition ist noch dabei, sich zu formen, es ist ein neues Konzept. Ich mag die Idee, Geben nicht nur als Spenden zu betrachten, sondern in gewissem Sinne als Investment, selbst wenn das Ergebnis oder das Risikoprofil sich sehr von dem eines normalen Investments unterscheidet. Trotzdem investiert man, da man den besten Erfolg erzielen will, vielleicht nicht in Dollar gemessen, obwohl das auch möglich ist, sondern in Bildung oder Gesundheit oder ähnlichem. Ja, ich mag die Idee. Zur Person: Peter Buffet ist der jüngste Sohn der Investmentlegende Warren Buffett. Er verdiente sich seine Sporen vor allem als Musiker, war einer der kreativen Köpfe in der Anfangsphase des Musiksenders MTV und komponierte die Musik für die Feuertanz-Szene im Film “Der mit dem Wolf tanzt”. Für seinen Beitrag zu einer anderen Kevin Costner-Produktion, der Dokumentarfilm-Serie “500 Nations”, erhielt Buffett einen Emmy. Heute leitet der 52-jährige zusammen mit seiner Frau Jennifer die NoVo-Foundation, die sich besonders für benachteiligte Frauen und Kinder in der dritten Welt engagiert. Warren Buffett stellte dafür eine Milliarde Dollar bereit. Das vollständige Interview finden Sie auf Cleantech.ch
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