„Nachhaltigkeit nicht nur Mode“

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Geschrieben von: Redaktion 19.04.11
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München - Nachhaltigkeit als Kriterium der Unternehmensführung und von Investmentewntscheidungen ist keine Mode, sondern im wohlverstandenen Eigeninteresse. Diese Auffassung hat Siemens-Vorstandsmitglied Barbara Kux in einem Gastbeitrag für die Nachrichtenagentur Reuters unterstrichen. Die Schweizerin reagierte damit auf eine Kolumne des Wirtschaftsjournalisten Matthias von Arnim, der die These vertreten hatte, viele Investoren würden sich zugunsten von renditestarke Zertifikate von Wertpapieren mit Ethik- und Nachhaltigkeitsschwerpunkt abwenden.

„Es gibt Stimmen die behaupten, Nachhaltigkeit sei eine Mode, die kommt und geht“, schreibt Kux in dem Beitrag für Reuters. „Ich aber bin überzeugt: Nachhaltigkeit ist ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.“ Denn je nachhaltiger das Unternehmen agiere, desto attraktiver sei es für Anleger, Kunden, Bewerber und Mitarbeiter. Unternehmen, die konsequent Kurs auf Nachhaltigkeit halten, seien nachweislich erfolgreicher.

Auch für Anleger wird Nachhaltigkeit nach den Beobachtungen einer der wenigen Frauen in der Vorstandsetage eines DAX-Unternehmens immer wichtiger bei ihrer Entscheidung, wo sie investieren. Es gebe bereits heute viele grüne Investoren, die bei Siemens engagiert seien. Neben Nachhaltigkeitsfonds fragten aber auch zunehmend Pensionsfonds sowie institutionelle Anleger nach den Umweltdaten von Europas größtem Technologiekonzern. Die Führung in der Münchner Unternehmenszentrale sei sich im Klaren: Je stärker bei Siemens der Umsatz mit grünen Produkten wachse, desto besser sei die Möglichkeit in weitere Nachhaltigkeitsfonds aufgenommen zu werden.

Ein weiteres Kriterium für Investoren ist gemäss Kux das Abschneiden der Unternehmen in Nachhaltigkeitsvergleichen. Je höher ein Unternehmen zum Beispiel in Indizes von Carbon Disclosure Projekt oder Dow Jones Sustainability Index bewertet sei, desto interessanter sei der Titel auch für manche Investoren. Als eine Größenordnung nennt die Siemensmanagerin, dass das Carbon Disclosure Projekt von mehr als 500 institutionelle Anleger mit insgesamt 64 Billionen US-Dollar Anlagevermögen unterstützt werde.

Auch Kunden setzen nach Auffassung von Kux längst auf Nachhaltigkeit. Die größte Attraktivität hätten grüne Produkte für sie natürlich dann, wenn sich Ihre Anschaffung betriebswirtschaftlich lohne. So erspare der Einsatz von sechs  verbrauchsarmen Siemens-Gasturbinen einem Energieversorger in Florida über den Lebenszyklus rund eine Milliarde US-Dollar. Besonders gross sei das Einsparungspotenzial bei Elektromotoren, nennt Kux als weiteres Beispiel. Hier mache der Kaufpreis weniger als drei Prozent der gesamten Kosten aus - den Rest der Aufwendungen verursache fast allein der Energieverbrauch. Neueste Siemens-Motoren kämen mit bis zu 45 Prozent weniger Strom aus. Das Potenzial für Umweltschutz und Kostensenkung sei also sehr groß.

Die Schweizerin Barbara Kux (57) ist seit Ende 2008 Mitglied des Siemens-Vorstands und dort zuständig für die Themen Nachhaltigkeit und Einkauf.


 

 

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