Zeckenstiche noch gefährlicher

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Geschrieben von: Redaktion 18.04.11
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Bern – Forschende der Universität Neuenburg haben herausgefunden, dass Zecken warme Trockenperioden besser überleben, wenn sie von bakteriellen Krankheitserregern befallen sind. Deshalb könnten sich in Zukunft – in einem zusehends wärmeren Klima – die durch Zeckenstiche übertragenen Krankheitsfälle mehren. Das schreibt der Schweizerische Nationalfonds zur Förderung Wissenschaftlicher Forschung (SNF) in einer Pressemitteilung.

Auch nach dem Jahr der Biodiversität ist der Holzbock – die wichtigste Zeckenart in der Schweiz – kein grosser Sympathieträger, heisst es. Das den Spinnen verwandte Tier ernähre sich vom Blut von kleinen Nagetieren, Vögeln, Hasen, Rehen und von Menschen. Dadurch sei der Holzbock auch an der Übertragung von Krankheitserregern beteiligt: In der Schweiz erkrankten jährlich schätzungsweise 10.000 Personen an einer von Zecken übertragenen Infektionskrankheit namens Lyme-Borreliose, die vom bakteriellen Erreger Borrelia burgdorferi verursacht werde.

Mit diesem Erreger ist ungefähr ein Drittel der Zecken infiziert, die das Team um Lise Gern an der Universität Neuenburg seit mehr als zehn Jahren am Chaumont untersucht, schreibt der SNF. Der Holzbock sei dort – wie auch anderswo in der Schweiz – vorwiegend auf niedrigen Pflanzen, Gräsern, Büschen oder Sträuchern an feuchten Stellen im Wald zu finden, wo er auf den nächsten Wirt warte. Die Gefahr, dabei zu vertrocknen sei um so grösser, je wärmer es ist, und je länger es nicht regnet. Die Widerstandsfähigkeit und das Überleben der Zecken erhöhten sich aber durch den Befall mit dem Krankheitserreger, hätten die beiden Biologinnen Coralie Herrmann und Lise Gern in einer kürzlich erschienenen Studie nachgewiesen.

Sie sammelten laut SNF 1.500 Zecken, steckten sie in dunkle, mit unterschiedlich feuchter Luft gefüllte Behälter und zählten zwei Tage später wie viele Zecken noch lebten und vom Krankheitserreger befallen waren. An der warmen und trockenen Luft seien fast 70 Prozent der nicht infizierten Zecken gestorben, bei den mit dem Krankheitserreger infizierten Tieren sei nur jede zweite Zecke gestorben.

Der Klimawandel könnte diesen Trend fortsetzen und verstärken, befürchten die Forschenden. Möglicherweise setzten sich in einem zusehends wärmeren Klima die infizierten Zecken durch. Dann wäre mit einer Zunahme der Borreliose-Fälle zu rechnen und Zeckenstiche würden noch gefährlicher. (eg)

Coralie Herrmann, Lise Gern (2010): Survival of Ixodes ricinus (Acari: Ixodidae) Under Challenging Conditions of Temperature and Humidity Is Influenced by Borrelia burgdorferi sensu lato Infection, doi: 10.1603/ME10111


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