Zürich/Bern - Der WWF Schweiz hat angemahnt, dass der Bund für mehr Energieeffizienz in der Industrie und im Dienstleistungssektor der Eidgenossenschaft sorgen soll. Mit dieser Forderung bezieht sich die Organisation auf eine Meldung des Bundesamtes für Energie (BFE), laut welcher der Stromverbrauch in der Schweiz im vergangenen Jahr um vier Prozent gestiegen ist. Das BFE erklärt den Anstieg vor allem mit dem Wirtschaftswachstum.
Dagegen macht der WWF in einer Stellungnahme darauf aufmerksam, dasss „ausgerechnet die im Aktionsplan Energieeffizienz vorgesehen Massnahmen für den Industrie- und Dienstleistungsbereich seit 2008 beim Bund in der Schublade. Hier liessen sich nach WWF-berechnung rund zwölf Terawattstunden jährlich einsparen, was vier Mal dem Atomkraftwerk Mühleberg entspreche. „Die Politik hat also den steigende Stromverbrauch selbst verschuldet“, wird Ulrike Saul zitier - die Energieexpertin beim WWF Schweiz. „Die Massnahmen zur Effizienz – immerhin erste Säule der bundesrätlichen Energiepolitik – sind bisher Makulatur geblieben. Das muss sich jetzt ändern.“
Das BFE hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass der Elektrizitätsverbrauch der Schweiz im Jahr 2010 um vier Prozent auf 59,8 Milliarden Kilowattstunden gestiegen sei. Die einheimischen Kraftwerke erzeugten 66,3 Milliarden Kilowattstunden oder 0,4 Prozent weniger Strom als im Vorjahr. Aus Einfuhren von 66,8 Milliarden Kilowattstunden und Ausfuhren von 66,3 Milliarden Kilowattstunden Strom habe 2010 wie in den Jahren 2005 und 2006 ein Importüberschuss resultiert. (ug)