Nizza - Das französische Start-up Wysips hat für eine Folie zur Versorgung von Mobiltelefonen mit Sonnenenergie einen Technologie-Preis in Orlando im US-Bundesstaat Florida gewonnen. Wie das französische Gratisblatt 20-Minutes online berichtete hatten die Startup-Partner Ludovic DeBlois und Joël Gilbert gemeinsam mit anderen Forschern die transparent Photovoltaik-Folie entwickelt, die auf das Display eines Handys oder eines Smartphones aufgebracht werden kann und Licht in Strom umwandelt.
Nach Angaben der Forscher sind sechs Stunden Sonnenlicht nötig, um den Akku vollständig aufzuladen. Eine Stunde dauert der Ladevorgang gemäss dem Bericht in 20-Minutes für ein Gespräch von 30 Minuten. Die Ladezeit in geschlossenen Räumen beträgt ungefähr einen Tag.
Die Vorteile der nur 0,1 Millimeter dünnen Folie sind laut Angaben von 20-Minuten, dass der Bildschirm nicht verdunkelt und die Tastenbedienung nicht eingeschränkt wird. In Ländern mit starker Sonneneinstrahlung könnte die Folie den Akku der Mobiltelefone nach Darstellung der Wysips-Gründer sogar vollständig ersetzen. DeBlois kündigte in 20-Minutes online an, dass die ersten Handys mit der Folie in der ersten Hälfte des Jahres 2012 auf den Markt kommen. Da sie den Herstellern zum Preis von unter einem Euro verkauft werden könne, dürfte der Mehraufwand für den Verbraucher kaum ins Gewicht fallen.
Weitere Anwendungsgebiete für die Solarfolie sind laut 20-Minutes ebenfalls denkbar. So könnten beispielsweise Laptops oder Uhren ohne Stromanschluss aufgeladen werden. Zudem könne elektrische Energie auf Plakatwänden erzeugt werden. Die Forscher hätten ausgerechnet, dass bei Verwendung der durchsichtigen Folie auf einer Fläche von zwölf Quadratmetern ein Drittel des Verbrauchs eines Haushaltes mit zwei Kindern abgedeckt werden könnte - die Heizung allerdings nicht berücksichtigt. (ug)