Hamburg - Eine überwältigende Mehrheit der Menschen in Europa wünscht sich Fisch aus nachhaltigen und nicht überfischten Quellen. Das hat eine repräsentative Umfrage ergeben, die im Auftrag des WWF in 14 EU-Staaten durchgeführt wurde. 88 Prozent aller Befragten - und sogar neun von zehn Deutschen - geben an, es sei ihnen wichtig, dass die vermarkteten Fischprodukte in Europa aus nicht überfischten Beständen stammen, schreibt WWF in einer Pressemeldung. Dieses Interesse sei auch in den Fischereinationen Südeuropas überdurchschnittlich hoch. Für den WWF sind die Umfrageergebnisse nach eigenen Aussagen ein klares Signal an die Europäische Union, die anstehende Reform der Gemeinsamen EU-Fischereipolitik (GFP) so ambitioniert wie möglich zu gestalten. "Die Mitgliedstaaten und Europas Abgeordnete müssen gerade in wirtschaftlichen Krisenzeiten dafür sorgen, dass die wertvolle Ressource Fisch nicht länger verschwendet wird", wird Karoline Schacht zitiert, WWF-Expertin für Fischereipolitik. Diese Fischereireform müsse hier endlich ein Ende setzen. 81 Prozent der Deutschen unterstützten eine Reform der Europäischen Fischereipolitik, die in Zukunft die Nachhaltigkeit von Fischprodukten garantieren solle. 72 Prozent aller Befragten und fast drei Viertel der Deutschen (74 Prozent) hätten ausserdem angegeben, als Konsumenten keine ausreichende Information darüber zu erhalten, aus welchen Quellen "ihr" Fisch stamme. "Die Umfrageergebnisse bescheinigen, dass die Verbraucher beim Einkauf nicht zur Überfischung beitragen wollen. Hier sind Politik und Einzelhandel aufgefordert, Fischprodukte besser und transparenter zu kennzeichnen", so Karoline Schacht. Europa ist der weltweit grösste Importmarkt für Fisch und Fischereiprodukte und steht damit aus Sicht des WWF besonders in der Verantwortung für die Bedingungen unter denen Fisch gewonnen wird. Die europäischen Fischbestände seien derzeit allerdings zu 72 Prozent überfischt. Wichtige Arten wie der Blauflossentunfisch im Mittelmeer stünden am Rande des Kollapses, weil die Fischerei in unverantwortlicher Weise die Bestände bekannter Speisefische dezimiere. Schätzungsweise die Hälfte des in EU-Gewässern gefangenen Fisches werde tot wieder über Bord geworfen und bleibe ungenutzt. (eg)
|