Geht auf Konto der Weltbank

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Geschrieben von: Redaktion 12.04.11
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Zürich - Die Erklärung von Bern (EvB) hat davor gewarnt, dass Grossprojekte der Weltbank zur Energiestrategie die Anstrengungen im Klimaschutz zunichtemachen. Die neue Energiestrategie der Weltbank will in armen Ländern den Zugang zu sauberer, bezahlbarer, klimaneutraler und zuverlässiger Energie verbessern. Dabei setzt sie jedoch insbesondere in Afrika und Indien verstärkt auf grosse Infrastrukturprojekte wie Kohle-, Öl- und Wasserkraftprojekte, heisst es in einer Medienaussendung von EvB.   

Die Weltbank überarbeite derzeit ihre Energiestrategie, auf deren Grundlage sie in Zukunft über Investitionen und Kreditvergaben im Energiesektor entscheiden werde. Der Entwicklungsausschuss der Weltbank (Committee on Development Effectiveness – CODE) berate über den ersten Entwurf der neuen Energiestrategie, die bis Mitte 2011 verabschiedet werden und dann zehn Jahre gelten solle. Das noch nicht offiziell veröffentlichte Papier liegt der EvB vor, die in einem Brief an den Schweizer Exekutivdirektor auf die sich widersprechenden Zielsetzungen hinweist und Verbesserungsvorschläge macht, heisst es.

Die Erklärung von Bern begrüsst nach eigener Darstellung, dass die Weltbank in Ländern mit mittlerem Einkommen keine Kohlekraftwerke mehr fördern will. Dass sie die Kohleverstromung hingegen in den 79 ärmsten Länder in grossem Stil vorantreiben wolle, sehe die EvB sehr kritisch. Auch wenn die Kohle derzeit noch die günstigste Energieversorgung darstelle, sei sie in höchstem Masse klimaschädlich und stehe damit in Widerspruch zum Ziel einer klimaneutralen Energiepolitik. Die Bank solle daher Investitionen in Kohlekraftwerke, gemeinsam mit geplanten Neuinvestitionen in den Erdölsektor, auslaufen lassen und ganz aus ihrem Energieportfolio streichen.

"Statt in grossem Stil umwelt- und klimaschädliche Energie zu fördern, sollte die Weltbank besser in grossem Masse dezentralisierte, erneuerbare Energieprojekte wie Wind, Sonnenenergie und kleine Wasserkraftwerke fördern. Die Weltbank hat hier als globale, von Regierungen finanzierte Bank eine Vorreiterrolle, die sie wahrnehmen muss", mahnt in der EvB-Medienmitteilung Christine Eberlein.

Die Erklärung von Bern werde ihr Anliegen auch an der anstehenden Weltbank-Frühjahrstagung vom 14. bis 17. April in Washington einbringen. Weitere Schwerpunktthemen der Tagung seien dieses Jahr die Überarbeitung der Umwelt- und Sozialstandards der Weltbank sowie die Rolle der Weltbank in fragilen Post-Konflikt-Ländern, einem Schwerpunktthema der Schweizer Direktion für Entwicklungszusammenarbeit DEZA. (eg)

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