 Der Verband Schweizer Holzbau-Unternehmungen lud zum 10-jährigen Bestehen der Fachgruppe «Leistungspartner Markt» von Holzbau Schweiz in die eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft nach Birmensdorf (WSL) ein. Im Zentrum der Fachtagung stand die wirtschaftliche Nutzung des Waldes.
Neue Leistungspartner Markt
Kurt Stutz, Vorstandsvorsitzender Leistungspartner Markt, eröffnete die Jubiläumstagung und begrüsste Teilnehmende und die neuen Leistungspartner Markt herzlich: Baumgartner Unternehmensberatung, Hünenberg, BDO AG, Treuhand- und Revisionsgesellschaft, Glaromat AG, Niederurnen, Knauf Insulation GmbH, Hunzenschwil, OPO Oeschger AG, Kloten, und Roth Holzleimbau + Stahlbau AG in Burgdorf. Er führte die geladenen Gäste durch die Referatsreihe.
Die eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) ist ein Forschungszentrum des Bundes und gehört zum ETH-Bereich. Sie befasst sich mit der Nutzung und Gestaltung sowie dem Schutz von naturnahen und urbanen Lebensräumen. Sie erarbeitet Beiträge und Lösungen, damit der Mensch Landschaften und Wälder verantwortungsvoll nutzen und mit Naturgefahren, wie sie insbesondere in Gebirgsländern auftreten, umsichtig umgehen kann. Dr. Christoph Hegg, stellvertretender Direktor WSL, stellte in seinem Eröffnungsreferat das Forschungszentrum und deren Forschungsaufgaben vor und ging im Speziellen auf zwei von sechs Kernthemen ein: Waldökosysteme und die Ressource Wald.
Herausforderungen und Chancen der Holzwirtschaft
Christoph Starck, Direktor Lignum, ging in seinem Kurzreferat auf die Herausforderungen und Chancen der Holzbauwirtschaft Schweiz ein. Im Anschluss referierte Rolf Manser, Abteilungschef Wald vom Bundesamt für Umwelt, über die waldpolitischen Konsequenzen aus der steigenden Bedeutung des Bauens mit Holz. Dr. Martin Riediker, Präsident der Leitungsgruppe des Nationalen Forschungsprogrammes (NFP) 66 «Ressource Holz», informierte u. a. über die Ziele und die Forschungsschwerpunkte des NFP 66. Grosse Bedeutung wird dem Wissens- und Technologietransfer zugemessen, denn nur die Umsetzung in die Praxis resultiert in Wertschöpfung. Zu erwarten sind neue Technologien, Produkte, Systeme, Dienstleistungen, Verordnungen sowie deren Weiterführung und Gründung von Start-up-Unternehmen.
Über Holzbau Schweiz: Holzbau Schweiz repräsentiert rund 1100 Mitgliederbetriebe (ordentliche Mitglieder, Ehren- und Freimitglieder sowie branchenadäquate Leistungspartner), die in der ganzen Schweiz, exklusive Romandie, ansässig sind. Der Branchenverband versteht sich als Dienstleistungs- und Kompetenzzentrum. Seine Hauptaufgabe besteht in der umsetzungsorientierten Vermittlung und Verankerung von aktuellem Wissen und der nutzenorientierten Vernetzung der Mitgliederfirmen. Dabei richtet sich die zielorientierte Dienstleistung am Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe aus In der anschliessenden Podiumsrunde stellten sich die Herren Hegg, Starck, Manser, Riediker und Zentralpräsident Hans Rupli den kritischen Fragen von Katharina Lehmann, Geschäftsführerin bei Blumer-Lehmann AG in Gossau. Lehmann ging auf aktuelle Themen wie Klimawandel, Ressourcenverknappung und die Diskussionen um die Kernenergie ein. Sie forderte ein Umdenken in puncto Energiegewinnung und Energienutzung bei gleichbleibender Lebensqualität und fragte nach den Potenzialen in der Wirtschaft. Hans Rupli legte ein enormes Energiesparpotenzial im Gebäudepark dar. «Wenn man bedenkt, dass bei der Betrachtung von Lebenszykluskosten von Gebäuden nur zirka 20 % Planung und Realisierung ausmachen, die Nutzung, Instandhaltung und Instandsetzung aktuell aber zirka 70 % betreffen, liegt die Ersparnis ganz klar beim energieeffizienten Bauen. Das Plusenergiehaus muss zum Standard werden.» Zudem gab der Zentralpräsident zu bedenken, dass in der Schweiz 1.5 Millionen Gebäude sanierungsbedürftig seien. «Bei Investitionsvorhaben muss zukünftig die Herstellungs- und Entsorgungsenergie, die graue Energie, mitberücksichtigt werden.»
«Im Vergleich zu Deutschland arbeiten auf Bundesebene die Abteilungen Wald und Energie eng zusammen. Die Themen werden gesamtheitlich betrachtet», so Rolf Manser. «In der Waldpolitik müssen wirtschaftliche, soziale und auch ökologische Interessen berücksichtigt werden: 40 % sind als Schutzwald deklariert, 20 % in privater und 40 % in öffentlicher Hand (Gemeinden und Kantonen). Der Bund hat keine Lenkungsbefugnis, wenn die private und öffentliche Hand Waldflächen nicht für die Nutzung freigeben. Da der Holzpreis seit Jahren sehr tief ist, sehen die Waldbesitzer teilweise keinen Handlungsbedarf.»
«Entwicklungen in Bezug auf die Waldnutzung sind schwer abschätzbar», ergänzte Christoph Hegg. Er forderte, dass die Branche in der Lage sein sollte, auf Veränderungen effizient und schnell zu reagieren. Einig waren sich die Herren in der Kaskadennutzung des Rohstoffes Holzes. Holz muss zuerst verbaut werden, bevor man es energetisch nutzt. Lehmann fragte nach verschiedenen Spannungsfeldern, u. a., wie die Bevölkerung zur Holznutzung stehe. Christoph Starck bestätigte, dass in puncto Kommunikation bereits viel unternommen wurde, aber in der Sensibilisierung für diese Themen weiterhin Handlungsbedarf bestehe. In diesem Zusammenhang wünschte er sich mehr Zusammenhalt und gemeinsames Umsetzen von Projekten innerhalb der Holzkette. Riediker setzte auf Innovationen aus der Branche und wünschte sich visionäre Unternehmer, die auch Risiken eingehen. Er äusserte seine Überzeugung, dass Leuchtturmprojekte gute Vorreiterfunktionen erfüllen.
Aktuelles von Holzbau Schweiz
Geschäftsführer Hansjörg Setz berichtete über die geplante strategische Ausrichtung für die kommende Legislatur, über welche die Delegierten im Juni befinden. Es sind strategische Projekte u. a. im Bereich Marktpositionierung, Bildung und Karriere sowie in der Dienstleistungs- und Kundenorientierung geplant. Des Weiteren informierte Setz, dass die Grundausbildung mit Attest «Holzbearbeiterin/Holzbearbeiter EBA» im Sommer 2011 starte und dass die geplante Neuausrichtung der Grundbildung «Zimmerin/Zimmermann EFZ» zu einer vierjährigen Ausbildung auf Prozesskurs sei. Im Bereich Betriebswirtschaft ging Setz neben Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz auf gestiegene Marktanteile im Holzbau ein. Wenn auch im Gesamtvolumen noch nicht markant, sei doch eine 65.5-prozentige Steigerung im An- und Umbaubereich von Mehrfamilienhäusern seit 2005 beachtlich. Im Anschluss ehrten Hansjörg Setz und Kurt Stutz mit einer Anerkennungsurkunde die zwölf Leistungspartner, die sich seit der Gründung der Fachgruppe für den Holzbau speziell engagieren und somit die Holzbaubranche stärken.
Forschungsarbeit der WSL
Die WSL gestaltete das Nachmittagsprogramm mit einer Besichtigung der Testflächen auf dem Gelände der WSL, die auch öffentlich zugänglich sind, und mit spannenden Informationen zu ihren Forschungsarbeiten. Pausen und Mittagessen wurden von Teilnehmenden rege genutzt, um Kontakte zu knüpfen und den Austausch zu pflegen.
Weitere Informationen: holzbau schweiz Paola Bortoletto Bereichsleiterin Marketing & Kommunikation Tel. +41 (0)44 253 63 91 Mail:
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www.holzbau-schweiz.ch
Bilder: (1) Switzerland Tourism - BAFU / swiss-image.ch/Roland Gerth, (2) Auszeichnung für 10 Jahre Leistungspartner Markt (v. l. n. r.): Hansjörg Setz, Geschäftsführer Holzbau Schweiz, Felix Egger, Velux Schweiz AG, Hans-Peter Lanz, Pavatex SA, Roger Probst, Eternit (Schweiz) AG (hinten), Silvia Furlan, Kuratle & Jaecker AG, Stephan Murer, Murer EDV, Franz Kainz, Flumroc AG, Hans-Peter Ruepp, Ruepp & Partner AG, Stephan Bütler, Sager AG, Andreas Seiz, Hartwag AG, Kurt Stutz, Vorstandsvorsitzender Leistungspartner Markt.
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