Wien/Graz - Die Kosten für den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden von der Baustoffbeschaffung bis zur Entsorgung beim Abriss rücken mehr und mehr in den Mittelpunkt der Planung. Darauf hat die österreichische Tageszeitung "Die Presse" hingewiesen. "Viele neue Bauten brauchen immer mehr Energie und verlangen immer höhere Wartungskosten", zitiert das Blatt den Professor für Baumanagement, Rainer Stempkowski. Auch wenn sich in der Immobilienbranche viele die Themen Ökologie und Nachhaltigkeit auf die Flagge geschrieben haben, könnten moderne Gebäude hier oft nicht punkten, meint der Dozent an der Fachhochschule (FH) Joanneum in Graz. Die Betriebskosten sind laut "Presse" ein wesentlicher Kostenfaktor. Alexander Redlein, Professor für Facility-Management an der Technischen Universität Wien, erläuterte der Zeitung: "Die Lebenszykluskosten eines Gebäudes setzen sich zu drei bis vier Prozent aus den Planungskosten und zu 20 bis 25 Prozent aus den Errichtungskosten zusammen. Der Rest entfällt auf die Betriebskosten." In Skandinavien beschäftigen sich Experten dem Zeitungsbericht zufolge schon seit über zehn Jahren mit dem Thema Lebenszykluskosten. In der Zwischenzeit gebe es auch in unseren Breiten Berechnungsmodelle, die die Zukunft eines Gebäudes planbar machen sollen. Einer der Anbieter sei Berater M.O.O.CON, der seit einem dreiviertel Jahr mit einem Berechnungstool arbeitet. Dieses sei gemeinsam mit dem Berater "e7 Energie Markt Analyse" entwickelt worden. "Wir haben mittlerweile bereits 20 Projekte durchgerechnet", erläuterte Herbert Zitter, Partner bei M.O.O.CON, der "Presse". Vorab werde ein virtuelles Gebäudemodell erstellt. An diesem könnten dann unterschiedliche Rohbau-, Technik- und Ausbausysteme simuliert werden. Beispielsweise stehen 200 Fassadenvarianten oder etwa Kältemaschinen mit Invest-, Wartungs-, Instandhaltungs- und Erneuerungskosten zur Auswahl. Je genauer die Details definiert würden, desto genauer fiellen auch die Berechnungen aus. So könne bereits in der Planung über die zukünftige Wirtschaftlichkeit und auch ökologische Nachhaltigkeit bestimmt werden. (ug)
|