Bern - Wenn überhaupt, dann werden in der Schweiz voraussichtlich später neue Atomkraftwerke gebaut, als angenommen. Denn die Gesuche müssten neu formuliert werden. Das sagte heute eine Sprecherin des Bundesamtes für Umwelt gegenüber dem Schweizer Radio DRS.
Gemäss der Veröffentlichung von DRS könnte somit die Planungsverzögerung nach der Atomkatastrophe von Fukushima nun doch nicht nur ein bis zwei Jahre bedeuten, sondern bis zu fünf Jahre. Es heisst, die Sprecherin von Bundesrätin Leuthard, Marianne Zünd, habe gegenüber Radio DRS geäussert, dass die Gesuche neu formuliert werden müssten. Die neuen Erkenntnisse würden dazu führen, dass die Gesuche neue Kriterien erfüllen müssten.
Somit seien die Hoffnungen der Energieunternehmen getrübt, die Lücke zwischen der Schliessung der ältesten Schweizer AKW - Beznau und Mühleberg - ab 2020 und dem Start von neuen Anlagen ab 2025 durch ein schlichtes Weiterlaufenlassen der alten überbrücken zu können. Laut Radio DRS setzten die Konzerne jedoch weiterhin auf Leuthards Aussage, die Verzögerung belaufe sich auf einen kleineren Zeitraum. Das hätten Anfragen bestätigt.
Greenpeace Schweiz Energiecampaigner Florian Kasser forderte sofort im Anschluss an die Veröffentlichung von den Energiekonzernen, ihre Rahmenbewilligungsgesuche zurückzuziehen. on DRS veröffentliche Aussage reagiert. Energiecampaigner von Greenpeace Schweiz. "Ein neues AKW würde frühestens im Jahr 2030 ans Netz gehen. Anstatt weiter auf eine unbeherrschbare Risikotechnologie zu setzen, gilt es diese Zeit zu nutzen für den entschiedenen Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion", wird Kasser in einer Greenpeace-Mitteilung zitiert.