Ittigen - Hartgesteine sind für nationale Verkehrsinfrastrukturen zentral. Die geologisch geeigneten Vorkommen dieses wertvollen Rohstoffs beschränken sich indes auf ein schmales Band zwischen Boden- und Genfersee. Eine Projektgruppe hat nun Vorschläge für neue Abbaugebiete mit ausgezeichneten Hartgesteinvorkommen ausgearbeitet, berichtet das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) in einer Pressemitteilung. Jährlich werden rund 600.000 Tonnen erstklassiges Material für Bahnschotter und rund 800.000 Tonnen für Strassendeckbeläge benötigt, heisst es. Doch qualitativ hochwertige Hartgesteinsvorkommen seien im In- und Ausland stark begrenzt, in der Schweiz etwa in den Alpen und Voralpen auf ein schmales Band zwischen Boden- und Genfersee. Zudem komme es zwischen Abbauvorhaben und Anliegen des Natur- und Landschaftsschutzes - insbesondere Landschaften von nationaler Bedeutung (BLN) - regelmässig zu Konflikten. Um diese Konflikte auf lange Sicht zu vermeiden, verlangten die im Sachplan Verkehr 2008 aufgenommenen Grundsätze zur Hartgesteinsversorgung eine frühzeitige Evaluation von Standorten ausserhalb der Landschaften von nationaler Bedeutung. Es handelt sich der Pressemitteilung zufolge um eine Grobevaluation von Potenzialgebieten nach geologischen, unternehmerischen und schutzorientierten Kriterien. Kantone und Umweltorganisationen hätten nun bis Ende Mai 2011 Gelegenheit, die Vorschläge in einer Konsultation zu prüfen. Für die planerische Weiterbearbeitung und Umsetzung der Vorschläge sind die Kantone zuständig, heisst es. Ziel der Konsultation ist es laut ARE, dass die Kantone die Vorschläge allenfalls ergänzen und die geeigneten Gebiete im kantonalen Richtplan als «Vororientierung» aufnehmen. Die Vorschläge wurden unter der Federführung des Verbandes Schweizerischer Hartsteinbrüche (VSH) und dem Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) ausgearbeitet, heisst es. Fachlich habe sich daran massgeblich die Schweizerische Geotechnische Kommission (SGTK) beteiligt; sie sei unterstützt worden von den Bundesämtern für Umwelt (BAFU) und Landestopografie (swisstopo) sowie Vertretern der Kantone. Weiter arbeiteten die Bundesämter für Strassen (ASTRA) und Verkehr (BAV) sowie Vertreter/innen der Vereinigung für Landesplanung, der Stiftung für Landschaftsschutz und von Pro Natura mit. (eg)
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