"Wir fordern den Atomausstieg“

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Geschrieben von: Redaktion 30.03.11
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Hamburg - In einer gemeinsamen Erklärung haben 50 Träger des „Alternativen Nobelpreises“ und Mitglieder des World Future Council gefordert, weltweit Atomkraftwerke abzuschaffen und sie durch alternative Energieformen zu ersetzen. Das World Future Council zitiert in einer Presseaussendung die Experten, Aktivisten, Politiker, Geistlichen, Unternehmer und Wissenschaftler aus 26 Ländern.

"Atomkraft ist weder die Antwort auf moderne Energieprobleme, noch ein Wundermittel für die Herausforderungen des Klimawandels. Probleme können nicht gelöst werden, indem man neue Probleme schafft. Den Menschen in Japan, die das verheerende Erdbeben, den Tsunami und die folgenreiche Havarie des Fukushima Daiichi Atomkraftwerkes erleiden müssen, möchten wir unsere tiefste Anteilnahme aussprechen. Unsere Anerkennung gilt den tapferen Menschen, die ihr Leben riskieren, um das Ausströmen gewaltiger Mengen an Radioaktivität aus den zerstörten Nuklearreaktoren und Brennelementen zu verhindern."

Die Katastrophe in Japan zeigte, dass Menschen gefährliche Technologien nicht unfallfrei betreiben könnten. Naturkatastrophen könnten in Kombination mit menschlichem Versagen eine mächtige Kraft entwickeln und auch die besten Vorkehrungen zunichtemachen. Was in Japan durch die Verbindung von Naturkatastrophe und menschlichem Versagen geschehen sei, könne anderswo mit Absicht herbeigeführt werden, etwa durch Terroranschläge oder kriegerische Angriffe.

Zudem produziere Atomenergie grosse Mengen an radioaktivem Müll, der länger hochgiftig bleiben werde als es die menschliche Zivilisation gegeben haben wird. Es gebe bisher keine Langzeitlösung für den Umgang mit der Gefahr, die dieser radioaktive Müll für die Umwelt und die menschliche Gesundheit darstelle.

Schliesslich produzierten Atomkraftwerke spaltbares Material, das ebenfalls für die Herstellung von Atomwaffen genutzt werden könne und somit erwiesenermassen die Verbreitung unterstütze. Zahlreiche Länder hätten zivile Atomprogramme bereits dafür genutzt, spaltbares Material für Nuklearwaffen herzustellen.

Atomkraft sei weder die Antwort auf moderne Energieprobleme, noch ein Wundermittel für die Herausforderungen des Klimawandels. Probleme könnten nicht gelöst werden, indem man neue Probleme schaffe. Atomenergie rechne sich nicht für die Wirtschaft, nicht für die Umwelt und nicht für die Gesellschaft. Von allen Energieformen sei Atomkraft am kapitalintensivsten, ihre Stilllegung sei unerschwinglich teuer und die finanzielle Belastung laufe weiter, auch wenn das Werk längst geschlossen sei.

Die Tragödie in Japan habe weltweit Aufmerksamkeit auf die extremen Gefahren von Atomenergie gelenkt. So gravierend diese Gefahren auch seien – von Atomwaffen, von ihrem Besitz, ihrem Drohpotential und ihrem möglichen Einsatz gehe eine noch grössere Bedrohung aus. Atomwaffen könnten die Zivilisation vernichten und das Leben auf unserem Planeten nahezu vollständig zerstören.

"Wir ziehen aus dem Störfall in Japan die Konsequenz, dass die menschliche Gesellschaft, ob sie nun im Eigeninteresse handelt oder als Treuhänder für zukünftige Generationen, überall auf der Welt eine viel grössere Sorgfalt walten lassen muss, wenn es um den Umgang mit einer Technologie geht, die das Potential zur Massenvernichtung hat. Wir sollten solche Technologien auslaufen lassen, sie abschaffen und schlussendlich durch Alternativen ersetzen, die heutige und zukünftige Generationen nicht bedrohen. Dies gilt sowohl für Atomwaffen als auch für Atomkraftwerke." (eg)

 

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