Er hat überhaupt nicht gebohrt

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Geschrieben von: Redaktion 29.03.11
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Bern - Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) hält geologische Probebohrungen bei der Standortsuche für ein Atommüllendlager in der Schweiz nicht für erforderlich. Laut einer Medienmitteilung des Schweizer Bundesamtes für Energie (BFE) reicht dem ENSI der von der Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) dokumentierte geologische Kenntnisstand aus, um in Etappe 2 der laufenden Standortsuche eindeutige Aussagen zur Sicherheit und zum Vergleich der potenziellen Standortgebiete für geologische Tiefenlager zu machen.

In seiner Stellungnahme kommt das ENSI laut BFE zum Schluss, dass der notwendige geologische Kenntnisstand mit den von der Nagra bereits begonnenen oder geplanten Untersuchungen und den vom ENSI in 41 Forderungen definierten Ergänzungen erreicht werden kann. Gemäss ENSI seien dafür in Etappe 2 keine im Sinne des Kernenergiegesetzes bewilligungspflichtigen erdwissenschaftlichen Untersuchungen (z.B. Sondierbohrungen) erforderlich.

Die Schweizer Emergiestiftung (SES) moniert, dass diese Vorgehensweise in einer Sackgasse enden könnte, da ausgewählte Standorte sich im Nachhinein als nicht geeignet entpuppen könnten. Die SES fordert daher in einer Medienmitteilung nachdrücklich, die nötigen geologischen Untersuchungen (Bohrungen und 3D-Seismik) durchzuführen, bevor die Standorte ausgewählt werden.

Im Herbst diesen Jahres wird der Bundesrat über die Festlegung der sechs von der Nagra vorgeschlagenen Standortgebiete im Sachplan geologische Tiefenlager entscheiden, erläutert das BFE den Zeiplan. Danach beginne Etappe 2 der Standortsuche, in der die Nagra mindestens je zwei Standorte für ein Lager für hochradioaktive Abfälle (HAA) und ein Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle (SMA) vorschlagen müsse. (ug)

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